Schmidt, Inka-Gabriela: Elfenkind Drucken E-Mail
Geschrieben von: Cindy Loether   
Freitag, den 22. April 2011 um 00:10 Uhr

Quelle_ubooksSeiten: 270, Taschenbuch
Verlag: Ubooks; Auflage: 1 (März 2011)
Genre: Fantasy
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3-86608-127-8
ISBN-13: 978-3-86608-127-7
Erschienen: 1. März 2011


Es beginnt mit einer geheimnisvollen Prophezeiung über das herannahende Armageddon.

Aliénor, einer Jurastudentin an der Uni Köln flieht mit ihrer besten Freundin Lara in die Nacht zum Feiern. Auf der Suche nach einem mysteriösen Ort gelangen sie in eine Ausgrabungsstätte unter dem Kölner Dom. Vom Alkohol benebelt, erkundet Aliénor die Gänge in den unterirdischen Katakomben, als plötzlich eine Stimme nach ihr ruft. Hinter sich grausame Schreie ihre ermordeten Freunde hörend, lässt sie sich von der seltsam vertrauten Stimme leiten.


Verstört und ohne Erinnerung wird Aliénor am nächsten Morgen von der ruppigen Art ihres Vaters aus dem Schlaf gerissen, der als Polizist längst von den Vorfällen im Dom erfahren hat.

Aliénor ist entsetzt und vergisst beinahe, dass sich etwas an ihr verändert. Das hat auch ihr Lebensretter Vampir Frédéric, dessen Stimme sie im Dom hörte, bemerkt: Sie ist im Begriff sich eine Halbeelfe zu verwandeln.

Nicht nur sich selbst muss die Studentin neu kennenlernen. Auch ihr angeblicher Vater ist nicht das, was er vorgab zu sein. Als berüchtigter Vampirjäger und lediglich Onkel Aliénors stutzt er ihr brutal die Flügel. Der Halbelfe bleibt nichts anderes übrig, als mit Frédéric auf dessen Schloss zu fliehen.

Während  sich Aliénor auf den Weg ins Reich der Elfen macht, um ihren leiblichen Vater zu suchen, folgt eine Katastrophe der anderen. Die Prophezeiung scheint sich zu bewahrheiten.


Inka-Gabriela Schmidt, geboren in Hannover, in München aufgewachsen machte ihr Diplom in Kommunikationsdesign und schrieb Texte für Zeitschriften. Elfenkind ist der Auftakt einer neuen Fantasy-Reihe.

Deutsche Autoren haben es in der Welt der Fantasy nicht einfach. Schreiben sie auch noch über reale Orte hier in Deutschland, ist es schwer, ein Bild im Kopf des Lesers zu erzeugen. Zu sehr ist er von seinem eigenen realen Bild befangen.

Doch Inka-Gabriela Schmidt gelingt es, in einer faszinierenden Weise eine Fantasywelt inmitten unserer Realität zu schaffen, welche nicht übertrieben ist. Sie ist so hauchdünn, dass sie tatsächlich da sein könnte, doch so felsenfest, dass sie die Vorstellungskraft anregt.

Das reale Bild des Lesers vereint sich mit dem, das die Autorin zeichnet und irgendwie ist man plötzlich inmitten ihrer Welt: ein  Hauch Phantastik, ein wenig französisches Flair, verborgene Königreiche inmitten des Waldes.

Aber nicht nur die Szene ist gut gewählt, auch die Charaktere sind glaubhaft und ungewöhnlich. Warum sollte ein Vampir nicht Auto fahren? Warum nicht normal essen? Elfen haben Flügel und sind zart. Dennoch ist Aliénor kein zerbrechliches Persönchen.

Das Spiel mit den Klischees und die glaubhafte Adaption erzeugen eine plausible Welt. Die Logiken stimmen in sich.

Natürlich darf ein dezenter Schuss Liebesgeschichte und eine Prise Erotik nicht fehlen. Alles in allem rundet der fließende Erzählstil der Autorin die Geschichte ab.

Das Buch fesselt und ist einfach nur bezaubernd, um nicht zu sagen: feenhaft.


Vielen Dank an Ubooks für die Bereitstellung des Rezensionsmaterials!