Cha, Aly: Schnee im April Drucken E-Mail
Geschrieben von: Cindy Loether   
Freitag, den 12. August 2011 um 20:24 Uhr

copyright: kain und aberSeiten: 432, gebundene Ausgabe
Verlag: Kein & Aber
Genre: Drama
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3-0369-5602-6
ISBN-13: 978-3-03695602-2
Erschienen: 1. Juli 2011


Das erste Buch der japanisch-koreanischen Autorin, die in Amerika und der Schweiz lebt, handelt von einer japanischen Familie und deren tragischer Geschichte.

Es beginnt mit Miho, die ihre Tochter Yuki mitten in einer kalten Winternacht bei ihrer Großmutter Asako abliefert und geht. Im Frühjahr, zur Kirschblüte will sie kommen und Yuki nach Amerika holen.


So lange soll die Kleine bei Asako bleiben, einer Frau, die Yuki nicht kennt, die ihr fremd ist, die sie jedoch bald in ihr Herz schließt. Der Streit, in dem Miho das Haus der Mutter vor Jahren verließ, basiert auf einer tragischen Familiengeschichte, welche in Rückblenden erzählt wird.

Asako ist die Tochter Michikos, einer armen Fischertochter, die von ihrem Vater geliebt, von ihrer Mutter dafür beneidet wird. Nach dem Tod des Vaters wird sie als Dienstmädchen nach Kyoto verkauft. Die Pensionswirtin, die sie erwirbt, macht dem Mädchen das Leben zur Hölle, aus der es erst ausbrechen kann, als sie auf Kenzaburo, Sohn eines japanischen Kriegerclans trifft. Die beiden Liebenden fliehen nach Osaka, heiraten und bekommen eine Tochter.

Sie führen ein bescheidenes Leben, bis Kenzaburos Vater seinen Sohn findet und ihn töten lässt. Michiko muss nun alleine für ihre Tochter sorgen. Und so beginnt ein Kreislauf, in dem alle Frauen der Familie immer wieder auf Schreckliches stoßen. Auch Asako ist kein glückliches Familienleben beschert. Sie führt ein zurückgezogenes und einfaches Leben, bis Yuki in ihr Leben tritt. Sie blüht auf, bis auf einen Schlag die Vergangenheit zurückkehrt...

Ein unglaublich fesselndes Buch, welches sich schnell lesen lässt. Aly Cha schreibt spannend und klar. Man bekommt durch viele kleine Anekdoten, die jedoch nicht vom Hauptstrang ablenken, einen guten Einblick in die japanische Kultur und erfährt verschiedene Phasen der jüngeren Geschichte. Die Charaktere der tragischen Handlung sind glaubwürdig und lassen das Buch aufleben. Auch die Nebencharaktere bleiben einem im Gedächtnis, so zum Beispiel der Mochi-Händler.

Die Erzählung selbst ist gut geschrieben und führt den Leser durch das ereignisreiche Leben der Familie, ohne dabei kitschig zu werden. Aly Cha versteht es, eine traurige Geschichte zu erzählen, ohne dass diese melancholisch-trist wirkt.