NCN 2017

12. Nocturnal Culture Night
NCN2017
vom 8.-10. September 2017 Kulturpark Deutzen

Redaktionslogin

Kalender

Zur Zeit sind keine Eintrge vorhanden!

Podcast

Podcast Feed
11. NCN - Nocturnal Culture Night: viel Neues neben dem Altbewährten Drucken E-Mail
Geschrieben von: Wolfgang Hesse   
Samstag, den 10. September 2016 um 13:37 Uhr

NCN - Nocturnal Culture Night 2016Die 11. NCN (Nocturnal Culture Night) lockt am ersten Septemberwochenende Tausende Fans der dunklen Musik nach Deutzen bei Leipzig.

Die NCN ist nicht mehr wegzudenken. Das dreitägige Festival im Kulturpark Deutzen gehört zum festen Bestandteil der Sommersaison für die Schwarze oder Gothic-Szene. Gerade die entspannte Atmosphäre inmitten von grünen Bäumen lässt die Gäste aus dem gesamten Bundesgebiet und darüber hinaus jedes Jahr wiederkommen. Als eine weitere Möglichkeit für Mitteldeutschland treffen sich die Fans des Leipziger Wave-Gotik-Treffens bei diesem Festival unweit von Leipzig.

 

11. NCN - das gab es zu sehen und vor allem zu hören

Das NCN als kleine Schwester der großen Szenefestivals bietet für jeden Geschmack der dunklen Musikwelt das passende Genre. Dabei stehen nicht die üblichen Headliner im Mittelpunkt und geben sich die Klinke in die Hand. Das NCN-Team sucht nach den Headlinern von morgen und bietet auch Newcomern eine große Plattform.

NCN 2016 KlangstabilNeue Headliner braucht das Land

Diese Auffassung vertritt an diesem Wochende neben auch NCN-Veranstalter Holger Troisch. So bildet die Electrogröße Klangstabil den Abschluss am ersten Festivaltag auf der Amphibühne, ganz im Sinne des Erfinders.

Klagstabil, das sind Maurizio Blanco und Boris May. Viel Begeisterung erfährt die Band während ihres Auftrittes am Freitag, dem ersten Tag des NCN.  Die elektronischen Sounds begeistern nicht nur die Dark-Electro Fraktion. Der Bekanntheitsgrad der beiden ist vor allem in den letzten Jahren beachtlich gestiegen. Dennoch behält ihre Musik den Tiefgang, neue Dimensionen sind schon fest im Plan.

NCN 2016 - Dark EmpireAlles begann mit Discodeath aus Italien und viel Electro

Was hat Minimal-Wave in der Gothic Szene verloren? Nun, zumindest zeigen Discodeath aus Sardinien das nötige Engagement, sich in die Szene zu integrieren. Weiter ging es mit Dark Electro aus Altenburg. Dark Empire, das sind Janosch (Keys,Vocals), Tschief (Keys,Vocals) und Rüdi (Vocals,Programming) mit Electronic-Experimental-Pop, Balladen und EBM-Sounds mit Texten in deutscher und englischer Sprache. Klangfacetten von Janosch und Tschief vereinigen sich zu einem perfekt abgestimmten Soundgerüst. Mit ihrer CD "Encounters" aus dem Jahre 2015 zeigen die drei Thüringer ihr Klangspektum und den musikalischen Willen, in der Dark-Electro-Szene mitzubestimmen. Mit hartem, aber sehr interessantem Industrial überraschten Sonar aus Belgien. Dirk und Eric ziehen von den ersten Klängen die Zuhörer in ihren Bann. Die Musik ist eine Mischung aus Keyboard und Effekten, gemischt mit unterschiedlichen Rhythmen. Meist weiß man nicht, wie es weitergeht, denn die Belgier sind für jegliche Experimente offen.

NCN 2016 - Tying Tiffany Tying Tiffany und Garden of Delight: Gegensätze und Gemeinsamkeiten

Man kann sich noch sehr gut an ihr Gastspiel vor vier Jahren beim NCN erinnern. Tying Tiffany begeisterte mit Gesang und ihrem Aussehen gleichermaßen. Die Künstlerin aus Italien ist gefragt und ihr Elektroclash gemischt mit Alternative ist eine persönliche Reise in die Seele. Mit klarer Stimme und ins Ohr gehenden Sound kann die ganz schwarz gekleidete Sängerin überzeugen. Zu den frühen Abendstunden zieht Tying Tiffany ein großes Publikum auf der Amphibühne in ihren Bann. Eine Fan-Aufnahme zeigt das komplette Konzert.

Es war der Initiative von Holger Troisch zu verdanken, dass sich Garden of Delight beim 11. NCN wieder für ein Konzert und eine kleine Tour zusammengefunden hat. 1991 gegründet, beeinflusste die Musik von G.O.D. die Gothic Szene ganz wesentlich. Beim Jubiläumskonzert nach 25 Jahren in Deutzen erinnerten die Musiker an die Zeit bis 2008, als sich die Band erst einmal aus der Musikszene zurückzog. Mit Gothic Rock und mitreißenden Rhythmus können sie alte und neue Fans gleichermaßen überzeugen. Aus dem Programm stand ein exklusiver Querschnitt aus der musikalischen Geschichte der Band. (Bilder folgen)

Eine vierte Bühne ergänzt das Musik-Angebot

Die Weidenbogenbühne auf dem Gelände des ehemaligen Mittelaltermarktes liegt in Front zum neuen Eingang des Festivalgeländes. Vor dieser Bühne gibt es jede Menge Platz zum Abfeiern, Zuhören und Zuschauen.

NCN 2016 - TorulDie slowenische Elektro-Pop-Band Torul ist nicht das erste Mal auf dem NCN. Schon damals sind sie vielen in Erinnerung geblieben und so füllt sich der Platz vor der Bühne vier schon weit vor Beginn. Mit neuem Sänger Maj können Torul auch auf diesem NCN überzeugen. Die aktuelle Single "Saviour of Love" findet gleich viele Freunde im Publikum und es wird getanzt und gefeiert. Wohl das Highlight für viele am ersten Festivaltag dürfte Solitary Experiments gewesen sein. Die Band um Frontmann Dennis Schober überzeugte von der ersten Sekunde und die Songs aus dem Dancefloor wurden lauthals mitgesungen. Jede Menge Bekanntes war im Programm zu finden. So könnte es immer so weitergehen, wünschten sich die Zuhörer. Mehrere Zugaben befriedigten dann die Fans zumindest ein wenig.

Zur gleichen Zeit drängten sich andere um die Parkbühne, um Agent Side Grinder aus Schweden zu lauschen. Musik mit viel Elektro, aber auch Gitarren und Basstöne sind in den Songs zu finden. Melancholie und emotionalen Gesang, das alles vereinigen die Melodien von Agent Side Grinder. Melodien mit Ohrwurmcharakter zeichnen die Songs der Band aus. Für alle die, die die Band das erste Mal live erlebten, sicher eine Entdeckung und für die Fans der Schweden ein willkommenes Wiedersehen. Eine wirklich gute Wahl beim 11. NCN 2017.

Samstag - ein langer und heißer Festivaltag

Der Samstag beginnt bei viel Sonne bereits um 12.00 Uhr. An diesem Tag erwarten die NCN-Besucher allein 23 Bands. Das Spektrum reicht von Rock, New Wave, über Gothic Rock, Folk und Dark Wave bis hin zu Dark Electro und EBM.

NCN 2016 - MystigmaMystigma (Bild unten rechts) und In Good Faith eröffnen den zweiten Festivaltag und zählen zu Newcomern mit bereits einigen Erfolgen. Mystigma aus Osnabrück haben mit Schattenboten ein außergewöhnlich starkes Album im Gepäck. Druckvoller dunkler Rock mit deutschen Texten, die ebenso dunkel wie mehrdeutig sind. NCN 2016 - In Good Faith

Das gesamte Set wird von diesen Liedern beherrscht. Songs, wie In deinem Schatten, Diva Harmagedon, zu Staub und Gottlos begeistern die Besucher. Die Brüder Bäumer am Gesang und an der Gitarre werden unterstützt von Malte Hagedorn (Drums) und Stephan Richter (Bass). In diesem Jahr wird die Band zusammen mit Heimataerde in Leipzig und Erfurt unterwegs sein. Das wird der Band weitere Fans bescheren. Der Tourplan der Band zeigt bereits auch im kommenden Jahr jede Menge Live Gigs.

Eine weitere Entdeckung sollte für viele In Good Faith (Bild links) darstellen. Die Band um Mastermind Kai Nemeth aus Salzgitter überzeugt mit Elektrosound und klarer dunkler Stimme des Frontmanns. Kai versteht es das Publikum sofort in seinen Bann zu ziehen. Auch mit der aktuellen Single Shadows kann er musikalisch überzeugen. Ein überaus guter Start in den zweiten Tag eines einmaligen Festivals.

NCN 2016 - EisfabrikEs schneit in September

Dann wurde es kalt, nicht meteorologisch, sondern musikalisch. Eisfabrik bringen mit ihrem Jeti und jede Menge Kunstschnee die Bühne als Arktis zum Erstarren. Aber ganz und gar nicht eisig ist die Musik von Eisfabrik. Als Support von Project Pitchfork sind die Eismänner schon vielen bekannt. Ihre eingängigen Melodien, die deutschen Texte und viele Emotionen lassen die Besucher vor der Bühne tanzen und mitsingen. Die neue Single "Walking Towards The Sun" und nicht zuletzt ihre "Maschinen" erschallen über das NCN-Gelände.

Unterdessen verzaubern Red Mecca aus Schweden mit einer Mischung aus Dark Wave, Post Punk und Elektronik die Zuhörer vor der Parkbühne. Frida Madeleine in einem hautengem Overall und Jan Strandqvist mit Hut, Sonnebrille und weißem Bart geben der Musik einen optischen Aspekt, sehr sehenswert.

Zombies bei der NCN

NCN 2016 - Miss ConstructionDie Zombies sind los. Das hätte man bei der überaus gruseligen Dekoration denken können, die Miss Construction auf der neuen Weidenbogenbühne postiert haben. Da schauen Köpfe mit Nägeln oder Gesichter mit überdimensionalen Zähnen in die Menge. Und die Band ist auch nicht mehr ganz frisch. In alte verstaubte Uniformen gekleidet hängt den Zombies bereits die Haut in Fetzen an Gesicht und Händen. Dieses außergewöhnliche und spektakuläre Image soll nicht über die Musik hinwegtäuschen, denn auch hier können Miss Construction punkten. Hass und Liebe, Totes Fleisch oder Kunstprodukt kennen die Besucher. Text, Musik  und Performance überzeugen. Bei mehr als 30 Grad im Schatten heizten die Zombis in Uniform das Publikum an.

Auch Unzucht trotzten den Temperaturen. Mit mit Mütze und Lederkluft ausgestattet, stürrmte Frontmann "Der Schulz" die Bühne. Die Songauswahl umspannte das umfangreiche Bandrepertoire. Von "Kleine Geile Nonne" bis zum ganz frisch erschienenen Album "Neuntöter" ("Alle müssen sterben") reicht die Songauswahl. (Bilder folgen)

NCN 2016 - The Fair SexThe Fair Sex brachten die 80-er Jahre und Gothic Musik aus der Entstehung der Szene zurück auf die NCN-Bühne. Eine Reise zurück in der Zeit, die so manches Gruftie Herzen höher schlagen ließen. Frontmann und Gothic Urgestein Myk Jung brachte das Gefühl der alten "guten" Zeit nach Deutzen.

NCN 2016 - Die HerrenHerren haben gewonnen – und das mehrfach!

Letztes Jahr noch ein Newcomer, in diesem Jahr gehörten Die Herren zum offiziellen LineUp. Bei einer spontanen Umfrage unter den Newcomern beim 10.NCN gingen Herren als Sieger hervor. Mit Gastsänger Martin Soer von Stahlmann war es zudem eine ganz besondere Show, das erste Mal in dieser Zusammensetzung beim 11. NCN. "Wir werden weiter zusammenarbeiten", gesteht Thilo R. Herren nach dem Konzert. Und tatsächlich, Stimme und Erscheinung passen zu Herren, als wäre es immer schon so gewesen. Im Set kann man alles hören, was Herren auszeichnet. Neue Deutsche Härte in Songs, wie "Wach", "Lauf", "Feuer" oder "Meine Lust", aus dem fast gleichnamigen Album "Lust". Beendet wurde das Set, wie im letzten Jahr mit "Engel weinen", wobei Gastsängerin Monique Thiel den weiblichen Part übernahm.

NCN 2016 - ZeromancerDuell der Headliner

Zum geheimen Headliner entpuppte sich Zeromancer aus Norwegen. Die Band, die sich in letzter Zeit ziemlich rar auf deutschen Bühnen machte, begeisterte "fast" alle Besucher auf der Amphibühne mit einem einstündigen Konzert. "Clone your Lover", "Doppelganger" oder "Need you like a drug" und "Die of a broken heart" werden euphorisch mitgesungen. Frontmann Alex, der heiße Blonde aus dem Norden, überzeugt nicht nur die weiblichen Zuhörerinnen im Publikum mit seiner Bühnenshow. Das ganze wurde begleitet von einer fantastischen Lichtshow.

NCN 2016 - ASPDoch wer konnte jetzt noch den zweiten Festivaltag beschießen? Es war der im Vorfeld bekannteste Name auf dem LineUp: ASP. Und die ASP-Fans sind da, alle haben sich vor der Amphibühne versammelt und harren dem, was da kommen wird. Alte und neue Songs, soll heißen bis zu "Verfallen" 1 und 2, sind in der Show zu finden, die Mischung macht's eben.

Trotz Festivalatmosphäre besteht der Frontmann Alex Spreng auf das obligatorische Fotoverbot wie während der ASP-Touren. Sound, Inhalt und Ausdrucksstärke der ASP-Songs haben in all den Jahren nicht gelitten und sind frischer denn je. Ob "Krabat", "Eisige Wirklichkeit", "Werben", und Ungeschickter Liebesbrief" (Und Wir Tanzten) oder "Souvenir Souvenir" und "Umrissmann", die Fans mussten nicht lange auf ihre Lieblingssongs warten. "Ich Will Brennen" bildet auch diesmal den obligatorischen Abschluss wie bei jedem ASP-Konzert.

(c) Andreas HeinrichDer dritte Festivaltag bringt Sonne und Regen und viele Neuentdeckungen

Obwohl der dritte Festivaltag mit dicken Regenwolken begann, so erweist sich der Newcomerstart von Intent:Outtake als eine echte Überraschung. Keyboarder Andreas Engleitner aus Saarbrücken und Sänger und Songwriter Bastian Polak aus Leipzig sind seit einem reichlichen Jahr unterwegs und haben in dieser kurzen Zeit so richtig Furore gemacht. Frischer Dark Elektro mit eigenem Stil zeichnen die Band aus.

Im Vorprogramm von Kirlian Camera, beim WGT oder beim Berliner Gothic-Treffen und auf diversen Festivals konnten sich Intent:Outtake bereits beweisen. Bei strömenden Regen erwarten viele alte und neue Fans vor der Weidenbogenbühne die Band. Musik aus ihren aktuellen Album "About Halos" und ihrem Debütwerk wechseln sich ab. "Der Mammon" und "Neustart" werden wohl nicht wenigen im Gedächtnis geblieben sein. Die Bühne ist fast zu klein für Bastis Bewegungsdrang. Es versteht es, die Blicke auf sich zu ziehen und das Publikum mitzunehmen. So kommen auch viele Zuhörer seinem Angebot nach, sich im Anschluss zu einem spontanen Fantreffen auf dem NCN zusammenzufinden. Von dieser jungen und sehr kreativen Band wird sicher noch eine Menge zu hören sein.

 

NCN 2016 - Me The TigerFrauenpower aus Schweden und EBM aus Italien

Und wieder macht Schweden von sich hören. Me The Tiger ist ein Trio mit der Sängerin Gabriella. Neue elektronische Musik haben sich die Schweden auf die Fahnen geschrieben. Und tatsächlich, es rockt und brummt. Songs wie As We Really Are gehen wirklich sofort ins Ohr und bleiben als Ohrwurm zurück. Trotz hochschwanger geht Gabriella tüchtig ab. Die Powerfrau findet viel Sympathie beim Publikum.  Eine sehr gute Idee von Holger und dem NCN-Team, Me The Tiger nach Deutzen zu holen.

NCN 2016 - PankowPankow kommen aus Italien und haben nichts mit der DDR-Rockband gleichen Namens zu tun. Dennoch geht ihr Name auf den Stadtteil im Osten Berlins zurück. Ihr Sound ist EBM, Nicht mehr und nicht weniger. Für die Fans dieses Genres sicher eine Entdeckung. Es geht ziemlich hart und direkt zur Sache. Elektrosound, teils deutsche Texte und ein emotionaler Frontmann, der sich auf der Bühne ziemlich verausgabt bleiben den Besuchern zu Erinnerung.

Gegensätze, die sich anziehen: The Cassandra Complex, Winter Severity Index und L'âme Immortelle

NCN 2016 - Cassandra ComplexThe Cassandra Complex werden von vielen sehnsüchtig erwartet. Rodney Orpheus im Anzug und roter Kravatte macht ganz und gar nicht den Eindruck, der Sänger einer Elektro- und Gothic-Band zu sein. Doch nach den ersten Tönen sind alle Zweifel verschwunden und die Show geht ab. Mitreißender Elektro-Gothic-Rock Sound mit punkigen Hymnen wie "The war against Sleep" und Wave-Balladen wie "Second Shot"  begeistern eine Stunde lang die Besucher auf der Amphibühne.

Als Frauenquartett gegründet ist aus Winter Severity Index aus Italien ein Duo mit Simona Ferrucci und Alessandra Romeo übriggebieben. Bei der NCN 2016 werden sie von einem Bassisten auf der Parkbühne unterstützt. Gitarre, Bass, Gesang und diverse Elektronik bilden bei der Band eine Einheit. Kein Instrument überwiegt oder bestimmt den Sound maßgeblich. Die Stimme von Simona ist emotional und ihre Lieder von aktuellen Album "Human Taxonomy" stehen mit auf der Setliste. Frischer alternativer Rocksound ist das Geheimrezent von Winter Severity Index.

Es sollte nicht trocken bleiben. Dunkle Wolken ziehen auf und dicke Tropfen begleiten die nächste Band.

NCN 2016 - L'Ame ImmortelleSonja Kraushofer und Thomas Rainer haben zum 20. Bandjubiläum von L'âme Immotelle eingeladen und für die NCN ein "Best-Of" vorbereitet. So füllen sich die Ränge vor der Amphibühne schnell mit Regenschirmen und Folienumhängen. Doch auch die Besucher ohne Regenschutz werden nicht enttäuscht. Sonja verdeutlicht in ihrem grauen Kleid mit Löchern und Flicken die Melancholie, die den Liedern von L'âme Immortelle eigen sind. "Life Will Never Be The Same", mit diesem Lied eröffnet die Österreicherin das Konzert. Mit ihrem roten Haar und ganz in rotes Licht getaucht, vermittelt sie einen überaus emotionalen Anblick und verspricht ein Konzert der Superlative. Songs wie "Gefallen", "Aus Den Ruinen", "Phönix", "Ich Fang Dich Auf" geben eine Werkschau der Band aus 20 Jahren. Das Konzert beschließen die wohl bekannte Songs der Band, "Requiem" und "5 Jahre".

NCN 2016 - MegaherzFast auf dem Fuße folgen Megaherz auf der Weidenbogenbühne. Ab ins "Zombieland" geht es mit Sänger Alexx und seinem zum Mikrofonhalter umgebauten Baseballschläger.

Mit viel Dynamik im Sound der neuen deutschen Härte unterstützen ihn seine Musiker mit Gitarren, Keys und Schlagzeug. Wohl jeder kennt die Lieder. Im Mittelpunkt steht die letzte EP mit dem Namen "Erdwärts", das gleich mit "Schwarzer Mann", "Jordan" und "Glorreiche Zeiten" vertreten ist. Im Laufe des Konzertes hat der Himmel ein Einsehen mit den Besuchern und die Regentropfen werden weniger. Mit einer Zugabe verabschieden sich Megaherz von der NCN. "Gegen Den Wind" und "Himmelsstürmer" beschließen das kraftvoll-dynamische Konzert bei der 11. Nocturnal Culture Night.

Unverzichtbar – Die Kulturbühne (Neofolk, Dark Folk und Dark Ambient)

Wie in jedem Jahr und bereits zur guten Tradition geworden, gibt es eine ausgewähltes Kultur- und Musikprogramm unweit der Parkbühne im schönen Ambiente der Kulturbühne.

Hier kommen musikalische Lesungen und Musik jenseits des Mainstreams und in den Randbereichen der Szene angesiedelte Musikstile zur Aufführung. Am Freitag überzeugten Death in Rom an dieser Stelle mit einer Songauswahl aus der Hitparade im Neo-Folk-Stil. Wer hat schon einmal "Barbie Girl" von Aqua oder "Take On Me" von Aha als düsteren Folksong gehört? Eine ganze Menge solcher Lieder haben sich Death in Rome auf ihrem aktuellen Album "Hitparade" ausgesucht, in diesem Stil verfremdet und somit den Songs eine düstere Seite gegeben. (Bilder folgen)

NCN 2016 - Quellenthal aus LeipzigQuellenthal aus Leipzig gehören mit ihren deutschen Folk zwangsläufig auf die Kulturbühne. Deutsche Balladen von Eichendorff und Lieder aus dem deutschen Liedgut kennzeichnen das Repertoire der beiden, Marek Mahn (composition, vocals, guitar, clarinet) und Marina Betker (illumination, vocals, melodica, glockenspiel, percussions). Sie verleihen den Gedichten eine eigene Interpretation, voller Melancholie und Emotionen.

NCN 2016 - Der Blaue ReiterEin weiterer Höhepunkt sollte am Sonntag Der blaue Reiter werden. Trotz strömenden Regens war die Fläche vor der Bühne bis zum letzten Platz gefüllt. Trommeln, der Gesang, Violine und elektronisch düstere Soundstrukturen erzeugen einen eingängigen Dark-Ambient-Sound, der unter die Haut geht. Die Spanier Santhorys Elenorth und Cecilia Bjärgo waren nicht das erste Mal auf der NCN und haben im Vorfeld schon die Fans nach Deutzen gelockt. Die Musik von Der blaue Reiter ist einfach zeitlos und könnte Generationen überdauern.

Ausgewogene Bandmischung, viele Lokalitäten, externer Mittelaltermarkt

Trotz einiger Neuerungen ist die NCN immer noch das kleine gemütliche Festival geblieben, mit freundlicher Security und aufgeschlossenem Aufsichtpersonal. Jeder konnte sein Auto in unmittelbarer Nähe zum Festivalgelände unterbringen. Es mussten also keine langeren Wanderungen unternommen werden. Besonders positiv kann der neue komfortable Eingangsbereich erwähnt werden. Hier ging man ein und aus, um beispielsweise den Mittelaltermarkt vor den Toren des Festivals zu sehen.

Bei dieser Neuerung jedoch scheiden sich die Geister. Obgleich der Miittelaltermarkt nun an einem überschaubaren Platz angesiedelt worden ist, ging im Vergleich zum letzten Jahr an diesem Septemberwochende - laut Händlern und Schaustellern - die Besucherzahl stark zurück. Man fühllte sich ausgeschlossen, eben vor den Toren platziert. Auch die Besucher sahen das ähnlich. Im wie immer liebevoll gestalteten Festvivalheftchen, das jeder beim Eintritt auf die NCN kostenlos zugesteckt wird, gibt es weiter hinten eine Feedbackseite: was hat gefallen und was hat Verbesserungsbedarf. Wer also den Mittelaltermarkt wieder auf dem Festivalglände sehen möchte, hat hiermit die Gelegenheit, seinen Wunsch schriftlich kundzutun.

NCN 2016 AbschlussDafür kamen Weidenbogenbühne und Freisitz gut an - nicht zuletzt, wei die Sonnenstrahlen so ihre Probleme hatten, durch die Baumkronen hindurchzukommen. Entspannen, Erzählen und Stärken standen hier im Vordergrund, während man das Programm auf Bühne 4 verfolgen konnte.

Abwechslungsreiche Musikauswahl der düsteren Gangart mit reichlich Speis und Trank unter Bäumen im September - diese Mischung bietet das NCN-Team um Frontmann Holger Troisch jedes Jahr aufs Neue.

Ein Vertrag über Jahre wurde in diesem Jahr unterzeichnet, verriet Troisch zum Abschluss der NCN - für die Nocturnal Culture Night ist der Kulturpark Deutzen bis auf Weiteres gesichert.

Fotogalerie zur NCN 2016

--> Alle Bilder NCN 2016 zur 11. Nocturnal Culture Night <--

 

Vielen Dank an das NCN-Team für Akkreditierung und Fotopass!