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Krayenzeit - Harpyie
Krayenzeit
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26. WGT – Aufbruch in ein neues Vierteljahrhundert Drucken E-Mail
Geschrieben von: Wolfgang Hesse   
Montag, den 19. Juni 2017 um 20:33 Uhr
Beitragsseiten
26. WGT – Aufbruch in ein neues Vierteljahrhundert
WGT-Kammer und Viktorianisches Picknick locken am Freitag
Zentrum der Mystik – Der Leipziger Südfriedhof
Die Freitagshighlights im Treffenpark
Autogrammstunde und ein Interessantes Programm beim VEID
Ausflug zur Kirchenruine Wachau und zum Schwarzen Stricken
Vom NDH zum Mittelalterrock mit Stahlmann und Vogelfrey
Stelldichein des Dark Elektro – V2A, Klangstabil und VNV Nation
Ab Pfingstsonntag zu KIMKOJ und zum Gothic Christ Gottesdienst
Spielen mit dem C64 / Odroerir - Folk Metal aus Thüringen
Größen des Gothic Rock treffen sich in der Agra-Halle
Besondere Begegnung mit Oswald Henke / Sonderausstellung im Alten Rathaus
Erdling / Chephalgy / Funker Vogt / Forndow – Abschluss eines großen WGT
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Das 26. Wave-Gotik-Treffen in Leipzig über Pfingsten ist und bleibt das Zentrum der schwarzen Subkultur

Nach dem Jubiläum im vorigen Jahr, will heißen, das 25. Wave-Gotik-Treffen sollte es mit Nr.26 wieder zum "Normalen" Betrieb übergehen. Doch was ist beim WGT schon "Normal" In jedem Jahr sind die Organisatoren und Veranstalter bemüht, den Besuchern aus aller Welt etwas Besonderes zu bieten. So erwarteten die Besucher neue Ausstellungen in Galerien, die in diesem Jahr das erste Mal dabei waren. Einige neue Orte konnte man ebenfalls im Veranstaltungsplan finden, die in diesem Jahr Parties und außergewöhnliche Konzerte angeboten haben. Doch Altbewährtes muss ja nicht schlecht sein. Somit zog es wieder Tausende nach Markkleeberg in den Agra-Treffenpark und in das Heidnische Dorf an Torhaus Dölitz. Trotz nicht immer Festival- und Feierwetter ließen sich viele von Regen und Gewitterwarnungen nicht abhalten und feierten ihr eigenes WGT, so wie geplant.

 

Die tatsächlichen Besucherzahlen haben sich laut Pressemeldung um die 21000 bewegt, doch für viele Besucher waren die gefühlten Besucherzahlen weit höher. Das wurde besonders in Konzerthallen und im Heidnischen Dorf registriert. Es gab Zeiten, da war kaum ein Reinkommen auf das Gelände des Mittelaltermarktes. Trotz nicht so bekannter Bands und Künstlern waren die meisten Konzerte übermäßig gut besucht. Das lässt darauf schließen, dass das Interesse an der alternativen Szenemusik weiter ansteigt und die Veranstalter diesem Trend zunehmend Rechnung tragen. Immer mehr aufwändige Kostüme konnte man in den großen Konzerthallen und im heidnischen Dorf bemerken, ebenfalls eine neue Entwicklung. Aufgrund des großen Angebotes und einem vollen Terminkalender können die Besucher leider nur einen Bruchteil vom Programm besuchen. Manche sind traurig, dass vieles zeitgleich stattfindet und sie sich entscheiden müssen. Daher wird auch dieser Festivalbericht nur eine kleine Auswahl des reichhaltigen Programms näher beleuchten können. Überall sah man zufriedene Gesichter und es war eine überaus ausgelassene Treffenstimmung zu bemerken.

 

Eine ausführliche Bildergalerie ist hier zu finden

 

Vielen Dank an das WGT-Presse-Team für die Akkreditierung sowie den Befragten besonderen Dank für die Gespräche!


Freitag: WGT Kammer

Bei vielen Besuchern beginnt dieser Tag, wie in jedem Jahr, mit dem Bändchentausch. Bereits über die Mittagszeit fanden im Rahmen der WGT-Kammer zwei Konzerte in der Alten Handelsbörse hinter dem Alten Rathaus statt. Ein Konzert für Flöte und Klavier gab es bereits um 12 Uhr. Um 14 Uhr schloss sich ein Programm mit Carolin Masur (Mezzosopran) und Carmen Stefanescu (Klavier) an. Hier standen Jugendstillieder im Mittelpunkt. Lieder über die Liebe, die Schönheit und die Natur erklangen. Das Lied "Ich bin der Welt abhanden gekommen" gab diesem Liedernachmittag den Namen. Im Lied von Gustav Mahler beschreibt der Textdichter, dass er sich aus der Welt zurückzieht, dem Weltgetümmel entflieht. Er zieht sich in seine eigenen kleinen Himmel zurück. "In meinem Lieben, in meinem Lied".

Viktorianisches Picknick

Für viele Treffenbesucher und natürlich Leipziger beginnt das WGT alljährlich mit dem Picknick im Clara-Zetkin-Park. Schon von weitem erahnt man, es sind viele gekommen.
In diesem Jahr, man kann es kaum schätzen, waren mehr Leute gekommen als in den Vorjahren. Vielleicht liegt es auch an dem ausgefallenen Victorian Village, das die letzten Jahre zeitgleich stattfand. So waren kaum freie Plätze auf der Wiese zu finden. Die schattigen Stellen waren sofort alle vergeben. Von Viktorianischer Mode, Renaissance, Steampunk, Fantasy, schwarze Ritter bis hin zu normaler Gothic Kultur, eben "schön" schwarz reichten die Ideen, die in diesem Jahre noch ausgefallener erschienen. Viele WGT-Fotografen, Leipziger Fotoenthusiasten und auch Fotostudios mit Ausrüstung drängelten sich um die schönsten Motive. Das sind zum einen die aufwändigen Kleider oder fantasievollen Outfits und zum anderen die von den Besuchern mitgebrachten liebevoll aufgebauten Tische mit Kerzenleuchtern und historischem Geschirr. Wie immer bei diesem Zusammentreffen möchte man gesehen werden und das auffälligste Auftreten wird mit vielen Fotos belohnt. Inmitten der vielen kleinen Grüppchen musizierte ein Paar auf mittelalterlichen Instrumenten, eine wirklich gelungene Abwechlung inmitten der vielen Besucher an diesem warmen und sonnigen Nachmittag in Leipzigs grüner Oase inmitten der Stadt.


Leipziger Südfriedhof

Fast zeitgleich zum Picknick im Grünen fand in der großen Trauerhalle auf dem Leipziger Südfriedhof eine musikalische Lesung statt. Zu Beginn stellte Sandra Baumgärtner Auszüge aus ihrem Buch "Chronik der Hagzissa", eine Fantasiegeschichte vor. Hagzissa ist ein altdeutscher Begriff für Hexe. Hierin geht es um einen Dämon, der ständig hungrig nach Vergeltung und Tod ist, die mächtige Gabe, die von einer Hagzissa an die nächste vererbt wird und die Chronik, die geschrieben wurde, um altes Wissen zu bewahren und das Böse endgültig zu besiegen. Ein Kapitel entführt die Zuhörer in das Jahr 1584, als ein Mädchen die Begabung und das Erwachen als Hagzissa erleben wird. Stefanie Kempin gibt einen Einblick in ihren Debütroman "Alice – Follow the White". Es geht um drei Freundinnen, Alice, Betty und Chloe, die jede von ihnen eine außerordentliche Begabung besitzt und die sie zielgerichtet zur Hilfe untereinander einsetzten. In der vorgetragen Szene beschreibt Stefanie Kempin, wie Betty nach ihrer Beerdigung im Sarg erwacht und sich aus der Tiefe unter der Erde befreit.
Als dritter im Bunde las Mario Steinmetz aus seinem zweiten Teil des Gothic-Romans "Hell's Abyss 2 – Abaddon". M. H. Steinmetz führt seine Erfolgsserie um die Gothic-Band HELL'S ABYSS noch blutiger fort. Der Horror hat ein neues Gesicht! In der Episode erzählt er, wie Lucy plötzlich in einer Kirche zur Beichte sitzt und Erfahrungen mit einem Priester macht.
Im Anschluss an die Lesungen wurde es musikalisch. Es spielte die Leipziger Band "Lambda", das sind Mareike Greb und Carsten Hundt. Während ihres kurzen Konzertes wurden beide in diesem Jahr verstärkt durch Karime, eine Tänzerin aus Halle und die Leipziger Tonkünstlerin Silja. Sphärische Klänge durchströmten die große Trauerhalle, die im Aufbau einer Säulenbasilika des Mittelalters nachempfunden ist.
Lambda, das ist nicht nur Kontrabass und Gesang, Lambda ist Musik für die Seele, die Auseinandersetzung mit Traum und Realität. Die elektronische Verfremdung des Bassinstrumentes begleitet die Tanzszenen und spiegelt das menschliche Sein wider. In der Besetzung Lambda plus K. bietet die Leipziger Formation sehr viel mehr an Inspiration für die Besucher.
Im Anschluss konnten sich die Besucher der musikalischen Lesung gleich noch einer Führung über den Südfriedhof anschließen Mit 78 ha ist es die größte Friedhofsanlage in Leipzig und gilt zu Recht als einer der größten und schönsten Parkfriedhöfe in Deutschland.
Die Rostocker Kunsthistorikerin Dr. Anja Kretschmer kennt sich mit der Friedhofs- und Totenkultur aus und bietet in ihren Friedhofsgeflüster Teil I eine Führung unter dem Thema "Von Totenkronen, Wiedergängern und der Angst vor dem Scheintod" an. Etwa 100 Besucher, mit und ohne WGT-Bändchen wollten sich diese interessanten Geschichten nicht entgehen lassen. In diesem Jahr mit einem Tonverstärker ausgerüstet war die "schwarze Witwe" auch bis in die letzten Reihen zu verstehen. Wenn die Uhr plötzlich stehen bleibt, oder wenn man eine weiße Frau sieht, wird jemand sterben. Dann sind noch Rabe oder Krähe so richtige Todesvögel, die rufen "starb, starb", das Käutzschen ruft "Komm mit, Komm mit", und die Taube ruft "Totenfru, Totenfru".
Doch es ging nicht nur tieftraurig zu, einige Witze hatte die "schwarze Witwe" natürlich auch mitgebracht, insbesondere wie sie als Witwe wieder Spaß am Leben fand.
Geschichten rund um Wiedergänger, Nachzährer und Methoden, die Angst vor dem Scheintod zu nehmen hat die schwarze Witwe im Gepäck. Sie erzählte auch, dass Totenkronen für tote Kindern hergestellt wurden, die teilweise bis heute in der Gruft aufbewahrt werden. An den Kindergräbern auf dem Südfriedhof entzündete jeder Teilnehmer eine Wunderkerze, um mit diesem Ritual den toten Kindern zu gedenken. Zum Schluss konnte jeder ein Schutzsalz gegen die sogenannten Aufhocker und einw kleine Flasche mit Leichenbitter, einem Kräuterlikör aus spezieller Produktion in einer Totenkopfflasche mitnehmen. Der Leichenbitter ist in Anlehnung an die Leichenbitterin entstanden, die die Todesnachricht zu überbringen und zum Begräbnis einzuladen hatte. Also, solch ein Friedhofsgeflüster sollte für einen Schwarzromantiker beim WGT nicht fehlen.


Agra Treffenpark und Heidnisches Dorf

Unterdessen tobte in der größten Konzerthalle Agra bereits der musikalische Sturm. Umbra et Imago und Pouppée Fabrikk sind dafür Magneten. Um so heftiger ging es auch zu dieser Zeit im Heidnischen Dorf zu. Tanzwut zählen zu den bekanntesten Mittelalter Rockbands Deutschland und so drängeln sich die Besucher vor der Bühne bis weit nach hinten ins Heidnische Dorf. Es dürften an die Tausend gewesen sein. Man könnte denken, das gesamte WGT habe sich gerade hier versammelt. Mit etwas Glück lässt sich aber doch etwas von der Bühne erhaschen. Frontmann Teufel freut sich natürlich über den großen Zuspruch. "Es wird Zeit, dass wir wieder mal auf dem WGT sind.", meint er. Mit einem Opener aus Beethovens Neunter "Freude Schöner Götterfunken", eröffnen die Berliner die Show. Insgesamt acht Musiker sind auf der Bühne zu Gange. Musik mit vielen Sackpfeifen, harten Rockgitarren und jede Menge Schlagwerk ist typisch für Tanzwut. Natürlich gibt es jede Menge Songs vom aktuellen Album aus dem Jahre 2016 "Schreib es mit Blut". Doch auch die altbewährten und gern gehörten Melodien aus der Anfangszeit haben Tanzwut im Gepäck. Mit knapp zwei Stunden ist dieser Headliner im Heidnischen Dorf für viele der gelungene Auftakt für vier Tage Treffen in Leipzig.
Das Mitternachtsspezial für den Freitag, eine halbe Stunde nach Mitternacht, wird von den Besuchern heiß erwartet. Amanda Palmer von Dresden Dolls und Edward Ka-Spel von den Lengendary Pink Dots geben zusammen mit dem Geiger Patrick Q. Wright ein besonderes Konzert. Doch beginnt dieses Erlebnis mit einer kleinen technischen Panne. Das Pedal an Amandas Keyboard ist nicht nutzbar. Sie kann dem Instrument nicht die richtigen Töne entlocken. Mit viel Professionalität überspielen die drei diese Reparatur. Patrick Q. überbrückt die Zeit mit einem Geigensolo und während des ersten Songs kann Amanda Palmer sogar auf ihr Piano verzichten, das inzwischen wieder gangbar gemacht ist. Ganz normal geht es im Programm weiter und die drei präsentieren Songs von ihren aktuellen Album „I Can Spin A Rainbow". Meist sind die Lieder getragen. Die 41-jährige Dresden-Dolls-Sängerin und der 22 Jahre ältere Mastermind der Legendary Pink Dots singen, mal im Duett, mal im Alleingang, von Alpträumen und Kindheitserinnerungen, Traumata und kranken Fantasien.
Mit dieser Kooperation hat sich Amanda Palmer einen lebenslangen Traum erfüllt. Bereits als Teenager entdeckte sie die Kult-Psychedeliker The Legendary Pink Dots und war seither glühende Bewunderin ihres psychotheatralischen, vielfältigen Werks. Entstanden ist eine Mischung aus Melancholie, großer Intensität und mit enormer Emotion. Einige Besucher hätten sich zu dieser Stunde wohl etwas mehr Dynamik gewünscht, doch für viele ist dies genau das Richtige, den ersten Festivaltag ausklingen zu lassen.




Samstag: Autogrammstunde im Gothic Shop DarXity

Gerade zum WGT sind Fans und potentielle Interessierte der schwarzen Szene in der Messestadt Leipzig. Das haben sich in den vergangenen Jahren schon viele Band zum Vorteil gemacht und gerade über Pfingsten eine Aktion gestartet. So auch 2017 die Leipziger Band INTENT:OUTTAGE. Sebastian und Andreas luden zur Autogrammstunde in den Gothic Shop DarXity ein. Es gab auch einen deftigen Grund. An Freitag zum WGT wurde die neue EP "Eclipse" veröffentlicht. Wir haben mit den beiden über diese Aktion in Leipzig gesprochen.

 

 


Interview INTENT:OUTTAKE

 

Des Weiteren nahm auch  Manuel S. (Mangler) an dieser Autogrammstunde teil. Seine Band Terrorfrequenz hat am gleichen Tag ebenfalls einen Vorboten zum neuen Album mit der EP "Mutation" veröffentlicht. Wie INTENT:OUTTAKE hatten auch Terrorfrequenz sehr viel Spaß zur  Autogrammstunde . Viele gute Bekannte haben sich dort getroffen und sicher sind auch neue Fans gefunden worden.

In einem Radiointerview haben wir mit Mangler zum Anliegen der Band Terrorfrequenz und zur aktuellen EP Mutation gesprochen:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Interview Teil1

Interview Teil2

VEID

Seit mehreren Jahren veranstaltet der Bundesverband verwaister Eltern und trauernder Geschwister in Deutschland e.V. (VEID) über zwei Tage ein volles Programm zum WGT in den Räumlichkeiten am Roßplatz. Der Verein möchte Anlaufstelle sein und vielfältigste Anregungen zum Umgang mit der wohl größten Tragödie, dem Tod eines Kindes geben. Hier erhalten die Eltern und Geschwister Hilfe und erfahren von Ansprechpartnern und Selbsthilfegruppen, die ihnen zur Seite stehen können.
Schirmherrin Luci van Org findet, dass die schwarze Szene diesem Verein offener gegenübersteht als etwa der Rest der Bevölkerung. Hier finde der Verein Verständnis und Unterstützung, was sie über die vergangenen Jahre nur bestätigen kann.
Am ersten Veranstaltungstag eröffnete Luci van Org die Ausstellung mit Drachendarstellung verschiedener Künstler, darunter Holger Much, Ingo Römling, Christian von Aster und Luci van Org. Die Künstler spendeten die Werke dem VEID, so dass das Geld aus der Versteigerung direkt den Verein zu Gute kommt. Christian von Aster las Auszüge aus seiner Geschichte "Ausflug mit Frau Runkenrettich: Eine kleine Geschichte über tote Leute".
Der kleine Egon lernt in der Gruft die kleine Kathi kennen und beide durchforsten die Unterwelt und finden Dinge zum Staunen und Gruseln. Illustriert wurde das neueste Buch von Christian von Aster durch Dimitar Stoykow. Die Comics wurden während der Lesung auf einer Leinwand gezeigt.
Das Konzert von Übermutter mit Luci van Org im Anschluss musste kurzerhand vor das Haus auf die Straße verlegt werden, weil die Räumlichkeiten die Menschen nicht fassen konnten. Komplett unverstärkt, mit Gitarre, Perkussion und Gesang erklangen Lieder, die Luci van Org für ihre Band Übermutter geschrieben hat. Vorgetragen mit rollendem R und fester bestimmter Stimme waren Lieder wie "Heim und Herd", "Wein mir dein Meer", "Vieh", "Liebe und Schmerz", "Mutterherz", "Iss was da ist", "Das Ende vom Lied", "Unheil" und "Fleisch" zu hören. Dieses kleine exklusive Konzert sollte übrigens das einzige 2017 gewesen sein und bot zudem zwei neue Stücke von Übermutter.


Kirchenruine Wachau

Als eine außergewöhnliche Konzertlokation stellte sich die Kirchenruine Wachau heraus.
Schon eine Stunde vorher war im Innenraum der Kirche ohne Dach kaum ein freier Platz zu finden. Bei fast wolkenlosem Himmel und sommerlichen Temperaturen heizte sich diese Fläche inmitten alter historischer Mauern schnell auf. Auf dem Programmplan stand Trobar de Morte. Die spanische Medialfolk Band überzeugte bereits einen Tag vorher bei ihrem Konzert im heidnischen Dorf. Doch auch die Konzerte vergangener Jahre eben dort und im Schauspielhaus sind vielen WGT-Besuchern noch in guter Erinnerung. In diese idyllische Umgebung der Kirchenruine sollte sich das Konzert trefflich einpassen.
Leider wurden die Besucher durch einen längeren Soundcheck zum Warten verurteilt. Doch wurden alle vom außergewöhnlichen, farbenfrohen und tänzerischen wie auch musikalisch perfekten Auftreten von Lady Morte, Frontfrau und Komponistin entschädigt. Songs von ihren aktuellen Album Ouroboros, das bereits das sechste in Folge ist,  und aus der gesamten Schaffenszeit von Trobar de Morte erklangen vor einem begeisterten Publikum.

Schwarzes Stricken

Wohl eines der außergewöhnlichtesten Angeboten zum WGT ist seit sieben Jahren das Schwarze Stricken. In einem Neubau in der Nähe vom Hauptbahnhof treffen sich "Strickbegeisterte" und die, die es werden wollen in den Räumen des Hilfsvereins Nächstenliebe. Bei Kaffee und Gebäck kommt man sich näher. Viele WGT Teilnehmer schätzen die Kommunikation ohne Berührungsängste und kommen gern wieder. Mit ausschließlich schwarzer Wolle trifft man sich am Freitag und Samstag für jeweils zwei Stunden. Man kann Stricken lernen, aber auch seine Erfahrungen austauschen. Chef Dirk Thiele erzählt, dass das schwarze Stricken ein Höhepunkt bei WGT auch für den Verein ist. Der Strickkreis des Vereins strickt das ganze Jahr über Strümpfe, Mützen und Schals. Diese gehen nach Osteuropa und nach Armenien. Sie sind für Kinder bestimmt, die besonders in abgelegenen Bergdörfern einen kalten Winter erleben müssen.

Der Vereinsverantwortliche Dirk Thiele gab bereitwillig Antwort auf unsere Fragen:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 




Interview Schwarzes Stricken



 


Kohlrabizirkus - Stahlmann heizen die Halle

Gerade erst von einer ausgedehnten Deutschlandtour zurück hatten die Göttinger schon wieder die Gelegenheit, sich beim WGT 2017 zu präsentieren. Und das machen die Musiker um Frontmann Mart wieder perfekt. Energiegeladen und im musikalischen Stil der Neuen Deutschen Härte bringen sie die Halle zum Beben. Mit silbergrauem Teint im Gesicht und Körper bringen sie das Flair von Männern aus Stahl auf die Bühne. Am 16. Juni erschien das vierte Studioalbum der Band mit dem Namen Bastard. Zwei Songs wurden vorher ausgekoppelt und diese beiden, "Bastard" und "Nichts Spricht Wahre Liebe Frei". Dazwischen kann man Hass Mich, Stahlmann, Schwarz, Plasma und Engel hören, also die volle Breite der Stahlmann-Songs. Viel zu schnell ist die Stunde vorbei und Stahlmann müssen die Bühne verlassen. Dennoch war dieses Konzert eines der Leckerbissen auf den 2017-er WGT.


Heidnisches Dorf - Vogelfrey im strömenden Regen

"Bei schönem Wetter kann jeder", mögen die vielen Fans vor der Bühne im Heidnischen Dorf gedacht haben, als sich mit Konzertbeginn eine Gewitterwolke über ihnen ergoss. Zu diesem Zeitpunkt war der Mittelaltermarkt kurzzeitig wegen Unwetterwarnung geschlossen worden. Daher war die Besucherzahl überschaubar während des Konzertes von Vogelfrey. Dennoch ließen sich die Fans vom Feiern zur Musik von Vogelfrey nicht abhalten und das teilweise ohne jeglichem Regenschutz. Durch bis auf die Haut wurde gejubelt. Im Mittelpunkt stand das aktuelle Album der Band "Sturm und Klang". Derzeit arbeiten Vogelfrey an einem neuen Album, das im September das Release Datum hat. Wir konnten nach dem Konzert, ohne das feuchte Nass von oben, mit Jannik und Chris sprechen. Was sie uns erzählt haben, könnt ihr im nachfolgenden Interview nachhören.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 




Interview Vogelfrey





 


In der Agra Halle nebenan,

gaben sich bekannte Vertreter der dunklen elektronischen Musik den Staffelstab in die Hand. V2A sind ein deutsch britisches Duo, das sich nach einer bekannten Edelstahlsorte benannte. So hart und unkaputtbar klingt auch die Musik von V2A. Mit fantasievollen Kostümen wirbelten Kevin Stewart und Ines Lehmann über die Bühne. Die Musik ist eine harte und direkte Mischung aus EBM, Industrial und Techno. Fünf komplette Tonträger können V2V vorlegen. Mit dem aktuellen Album "Heretic" aus dem Jahre 2017 zeigen sie erneut, wo der Weg die Band noch hinführt. Sie möchten die Freunde harter elektronischer Musik weiter auf ihrer Seite wissen. Dampffontänen schießen wie Geysire aus den dem Boden der Bühne, Fahnen werden geschwenkt. Es ist eine durchdachte Lightshow. Das Duo drischt ordentlich auf die auf der Bühne installierten Fässer ein.

Klangstabil sind in der elektronischen Musikszene nun wahrlich kein unbeschriebenes Blatt mehr. Während vieler Konzerte und Festivals konnten sich Maurizio Blanco und Boris May vom Experimental-Industrial-Duo bisher ausgiebig präsentieren.  Beide sind Soundtüftler und verbinden Text mit Musik kaum passender. Dabei erfuhr die Musik in den letzten 18 Jahren des Bandgeschehens eine spektrale Erweiterung in Tiefe und Breite. Heute reicht die Bandbreite von experimentellen Klangcollagen bis zu eher tiefen und einprägsamen Elektropop.

Den Abschied an diesem zweiten Festival bildete die Band VNV Nation aus Großbritanien. VNV Nation ist die Abkürzung für "Victory not Vengeance", was im Deutschen "Sieg, nicht  Rache" bedeutet. Ronan Harris und Mark Jackson, das sind VNV Nation. Sie sind zum siebten Mal auf dem WGT. Ihren eingängigen elektronischen und tanzbaren Sound lieben die Fans. So zeigen sie sich als Headliner vor großer Kulisse an diesem zweiten  Festivaltag in der Agra Halle.
Ihre Texte setzen sich sowohl mit gesellschaftlichen Fragen, als auch mit persönlichen Erlebnissen und Erfahrungen auseinander. Über allem steht ein futuristisches Konzept, das sich wie ein roter Faden durch die Musik und die Geschichte der Band zieht. Die Songs Nova, Control, Lost in Space und Illusion fehlen ebenfalls nicht. Bei letzteren liegen sich die Fans in den Armen und bewegen sich ergriffen zum Takt. Auch die eine oder andere Träne sieht man auf verzückten Gesichtern. Das Lied ist einfach zu traurig schön.


Sonntag: Axel Hildebrand und KIMKOI beim VEID

Es ist Halbzeit beim WGT und Halbzeit beim VEID auf dem Roßplatz 8a. Große Namen geben sich an diesem zweiten Tag im Bundesverband verwaister Eltern und trauender Geschwister die Klinke in die Hand. Nach einem Vortrag von Lydia Benecke und der Lesung zu "SOKO Bizarr" von Axel Hildebrand wird es musikalisch. Übrigens eine Geschichte von Axel Hildebrand ist äußerst spannend. Sie beschreibt, wie das Duell eines Serienmörders mit einem Psychiaters und dessen Selbstversuch mit dem eigenen Tod endet. Doch zurück zur Mussik. Kimkoi, Lars Buchenau und Michel Schock kommen aus Mühlhausen (Thüringen). Bekannt wurden die beiden durch die Band Schock, die vor einigen Jahren auch am Rande des WGT in Leipzig spielte. Auf Einladung von Luci van Org geben beide ein Konzert, rein akustisch und ohne jegliche Verstärkung. Gespielt werden Songs von ihren Debütalbum KimKoi, das 2015 erschienen ist. Für dieses Jahr haben beide ein weiteres Album angekündet. Wir werden am Ball bleiben und haben erst einmal nach dem Konzert mit beiden zu allem was Kimkoi betrifft gesprochen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 




Interview KIMKOI

 

Gotischer Christ am Pfingstsonntag in der Leipziger Peterskirche

Der Freundeskreis Gothic Christ bietet seit Jahren ein überkonfessionelles Angebot für die Besucher des Festivals, den christlichen Glauben aus erster Hand kennen zu lernen - und jene Menschen aus der schwarzen Szene und deren Umfeld, die ihn leben. In Gothic Christ 2017 drehte sich diesmal alles um das Thema "Verwurzelt“.
Wie in den Vorjahren wurde der WGT-Gottesdienst von Schriftsteller Patrik Thiele und den beiden Musikformationen Aurago und Ebenbild gestaltet. Zu Beginn der zwei Gottesdienste begrüße Mareike Greb die Anwesenden  mit Fragen, nicht zur Herkunft und Tun der Besucher, sondern nach der Absicht und der Hoffnung, die die Besucher bewegte, wenn sie den Weg in die Peterskirche gefunden haben.
Patrick Thiele sprach in seiner Predigt über die Sehnsucht und die Liebe, die aus der Seelennacht geboren wird. "Wie tief reichen die Wurzeln die den Baum versorgen in die Erde? Was verankert mich in Zeit und Raum? Es gibt heute in der Kirche sicher mehr Fragen als Antworten.", gibt er zu bedenken. "Was ist Ewigkeit? Hat die Sehnsucht, abgrundtiefe Sehnsucht, hat das an was wir glauben, wirklich Hand und Fuß?"
Er spannt den Bogen zu den Dingen, die jeder sucht. "Unser Wirken sollte auf Liebe begründet sein.", betont er. "Jedes unserer Worte ist ein Samen, der im Gegenüber Wurzel schlagen kann. Doch das bedeutet auch, sich finden lassen, denn wer mit Jesus lebt wird gerechter und versteht mehr von den Vorgängen zwischen Himmel und der Erde."
Am Ende des Gottesdienstes übergab Patrick Thiele jedem Besucher einen Apfel, als die Frucht des Baumes, als Symbol für den Samen, der in uns aufgehen kann.
Musikalkalisch endete der Pfingsttag in der Peterskirche mit einen Konzert von Lambda plus K., der Formation, die am Freitag Ausschnitte aus dem Programm bereits in der Trauerhalle auf dem Südfriedhof präsentieren konnten.


C64: "Mehr als 8bit braucht kein Mensch" - Spieleshow im Haus Leipzig mit Welle:Erdball Frontmann Honey

"Eine Lesung ist zu trocken", meint Honey von Welle:Erdball. Er hat alles vorbereitet, um seine Freunde und Interessierte mit der Welt des Commodore C64 bekannt zu machen. Nicht umsonst nennt der Frontmann diesen legendären Computer als festes Bandmitglied von Welle:Erdball.
Spiele ohne Grafik (oder ganz wenig) stehen im Mittelpunkt der lustigen Spielshow, die im Haus Leipzig veranstaltet wird. Ausgesuchte Mitspieler als Vertreter der linken und rechten Seite im Saal treten gegeneinander an. Geschicklichkeit und Schnelligkeit ist gefragt. Dennoch ist es nicht einfach, die "uralte" Spielstrategie zu durchschauen. Assistent Andy beweist den Mitspielern, dass die Spiele (mit nötigem Training) beherrschbar sind.

 

Zum Schluss erklingen zwei Songs von Welle:Erdball, gesungen von Honey und Emma Peel.
Die Songs Nerdfaktor 42 (C=64) und Alles Lüge (C=64) kommen komplett aus einem einzigen Commodore C64.

 

Interview mit Frontmann Honey von Welle:Erdball

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Interview Teil1

Interview Teil2

 

Odroerir - Folk Metal aus Thüringen im Heidnischen Dorf

Sie sind das zweite Mal auf dem WGT. Knöpfchen von Waldträne ist bei diesem Konzert auch mit auf der Bühne. Sie haben wir bereits bei einem Konzert mit ihrer Band Waldträne in Erfurt kennengelernt.
Neue und alte Stücke wechseln sich ab. Die musikalische Ausrichtung geht von ruhigen folkloristischen Nummern bis hin zum harten Metal, wie er von ELUVEITIE bekannt ist. Mit den Schweizer Folk Metallern ELUVEITIE waren Odroerir  bereits auf Tour. Als Fazit kann man den Thüringern gestehen, dass die Band gegenüber dem letzten Auftritt beim WGT 2010 an Professionalität zugelegt hat und perfekter geworden ist.
Setliste Odroerir WGT 2017:Heimdall, Bifröst, Odroerir, Zwergenschmiede, Des Thor Hammers Heimholung, Skadis Rache, Idafeld, Menosgada, Iring

 

 


Agra Halle am Sonntag – Ein Feuerwerk des Gothic Rock

Zuerst rocken die Finnen The 69 Eyes die Halle. Hier gibt es Gothic Rock ohne Abstriche, Die tiefe charismatische Stimme von Jurki 69 begeistert und verzaubert wie eh und je.
Die Finnen zeigten was sie können, von aktuellen Hits bis zu Lost Girls und Gothic Girl, niemand musste auf seinen Lieblingssong verzichten. In der größten WGT Konzerthalle, der Agra herrschte von der ersten bis zur letzten Minute eine atemberaubende Begeisterung.

 

 

 

The Mission zeigte die Kunst des Gothic Rock aus den Entstehung der Szene. Man fühlte sich zurückgebracht in die Zeit des Englands der 1980-er Jahre, als Wayne Hussey und Craig Adams ehemalige Mitglieder von der Band Sisters of Mercy, (Schwestern der Barmherzigkeit) die Band ins Leben riefen. Noch heute, viele Jahrzehnte danach, beweisen die gestandenen Herren die Perfektion des Gothic Rocks. Seit 2011 ist die Band wieder da und es gab 2013 und 2016 jeweils ein neues Album. Von Another Fall from Grace waren denn auch einige neue Songs zu vernehmen. (Give me) Deliverance ein Klassiker der Band durfte natürlich auch nicht fehlen. Dieses wahre Highlight beim 26. WGT ließen sich viele Besucher einfach nicht entgehen.

Skinny Puppy

Der Auftritt der Band während ihrer Welttournee war für viele ein Highlight des WGT, auch wenn der Termin spät, nämlich erst eine Stunde nach Mittenacht lag. Die  Band aus Canada ist für nur ganz wenige Konzerten nach Europa gekommem, eines davon in Leipzig auf dem WGT. Eine überaus spektakuläre Show erwartete die Besucher in Leipzig. Gleich zu Beginn wurde der Gitarrist aus Tüchern ausgepackt. Der Frontmann, ebenso verpackt wurde nach und nach von seiner lappenänhlicher Umhüllung befreit. Spritzen mit Lebenssaft wurde an seiner Kleidung befestigt, während er Song für Song auf der Bühne absolvierte. Hin und wieder ergossen sich die Spritzen mit dem dunklen Inhalt in das Gewand.
cEvin Key (Kevin Crompton)  und Nivek Orge (Kevin Ogilvie) begeisterten die Fans in der Halle. Electo Wave, Anfänge des EBM bis hin zu Industrial Metal sind Kennzeichen von Skinny Puppy. Auch das musikalische Programm konnte sich hören lassen. Hier nur eine kleine Auswahl der Songs, die in diesem Konzert zu hören waren: Dogshit, Assimilate, The Choke, Fascist Jock Itch, VX Gas Attack oder Worlock. Dahinter liefen in einem Displaydreieck im Rhythmus der Musik wirre Grafikanimationen. Sechs Jahre waren sie nicht mehr in Europa. Da können die WGT-Besucher  schon zufrieden sein, solch ein faszinierendes Ereignis in diesem Jahr erleben zu können.


Montag: Oswald Henke im Haus Leipzig

Eine sehr gelungene Veranstaltung erwartete die Besucher und Henke-Fans am Montagnachmittag im Haus Leipzig. Als musikalische Lesung angekündigt verbarg sich dahinter ein außergewöhnliches "Erben"-Konzert. Es erklangen Lieder von Goethes Erben ganz pur, nur Stimme und Piano. Sebastian Böttcher am Klavier ließ sich voll und ganz auf die Performance von Oswald Henke ein und korrespondierte mit dem Sänger und Autor musikalisch. Kaltes Licht, Ich liebe Schmerzen oder der Bericht über fünf Jahre in der Anstalt erklangen so in einer einmaligen Form. Einige Stücke aus Menschenstille waren auch zu hören. Es war übrigens das erste Mal, dass beide zusammen mit diesem Programm zu hören und zu sehen waren. Falls dieses Programm irgendwo einmal angekündigt werden sollte, so sei das eine unbedingte Empfehlung wert.

Annwn zweimal auf dem WGT

Gleich zweimal konnte man beim 26. WGT die deutche Band Annwn (gesprochen Annwonn) erleben, erst im Heidnischen Dorf und ein zweites Mal im Schauspielhaus am letzen Festivaltag. Der Musikstil und die Instrumentierung ist ganz im Stile von Loreena McKennitt. Doch keltischer Harfe und Akkordeon werden verstärkt von mehreren weiteren klassischen Instrumenten. Damit reicht die Bandbreite bis weit über die Interpretation von Loreena hinaus. Das Spektrum reicht von spanischer Folklore, irischer Musik bis hin zur klassisch instrumentierten Musik verschiedener Kulturen und Epochen. Exklusiv hatten sie ihr neues Album "Enaid" dabei. Der Vorgänger Aeon stammt aus dem Jahre 2012. Die  sechsköpfige Band des Mystik Folk mit Frontfrau Sabine Hornung ist tief verankert in der Musik des mittelalterlichen Europas.

Sonderausstellung zur Schwarzen Szene im Alten Rathaus

Wer Lust und Zeit hatte, konnte in eine Sonderausstellung ins Alte Rathaus auf dem Markt die Anfänge der Gothic Szene und des WGT betrachten. Leider erwies sich die Schau wenig aufschlussreich. Die Ausstellungsgegenstände sind sehr gezählt und der Ausstellungsraum ist ziemlich klein geraten. Einige Vitrinen warten sogar noch auf Exponate, ganz im Gegensatz zur 25 Jahre WGT Ausstellung im Stadtgeschichtlichen Museum im letzten Jahr. Einzig allein, die beiden gezeigten Filme sind gut ausgewählt und aufschlussreich. Sie geben gute Informationen zur Szene in Leipzig und zur Geschichte der schwarzen Jugendkultur.


Einige Bandhighlights am letzten Festivaltag

Erdling

kommen aus Hannover und haben sich 2014 aus ehemaligen Bandleuten von Stahlmann gegründet. Das Debütalbum erschien 2016 mit dem Namen "Aus den Tiefen". Ein Jahr später, also 2017, wurde im Februar das neue Album "Supernova" veröffentlicht. Die Band um ex Stahlmann Gitarrist Neill Devin erweisen der Neuen Deutschen Härte eine Frischzellenkultur. Mitglieder sind neben  Neill Devin (Vocals, Guitars, Programmings), Niklas Kahl (Drums, Programmings), Neno Knuckle (Guitars) und Marco Politi (Bass). Die Songs, ganz im Stile von NDH und Dark Rock, zünden sofort im Kohlrabizirkus. Die neuen Songs sind ebenso wirkungsvoll und unnachgiebig, knüpfen effektvoll an das Vorgängeralbum an und zeigen dennoch den konsequenten Weg der Band bis ganz nach vorn.

 

 

Cephalgy folgen Erdling auf dem Fuße

Die vierköpfige Band aus Dresden, um Frontmann Jörg Göhler hat ein neues Werk nach über 5 Jahren veröffentlicht. Auch im Kohlrabizirkus steht dieses Album "Gott, Maschine, Vaterland" im Mittelpunkt des einstündigen Konzertes. Die Band begibt sich auf  Exkursionen in die dunkle Welt menschlicher Abgründe, in Exzesse, Schmerz, Liebe und Krieg. Dabei nehmen Cephalgy musikalische Anleihen an EBM, NDH und auch Romantik. Das klingt in diesem Falle nicht abwegig. Der Frontmann hat es jedoch schwer die Besucher in der Halle für Cephalgy zu inspirieren und motivieren. Vielfach ist die Resonanz auf die Lieder nicht berauschend. Vielleicht lag es an dem Folgeakt im Kohlrabizirkus. Die ersten Reihen in der Konzerthalle waren schon eng gefüllt mit männlichen Fans der Band Schneewittchen.

Funker Vogt in der Agra Halle

Nicht ganz den finalen Abschluss  machen im Agra Treffenpark bei diesem WGT Funker Vogt. Die war übrigens eine Premiere. Als neuer Frontmann von Funker Vogt steht Chris L. (Agonoise, The Sexorcist) am Mikrofon. René Dornbusch und Gerrit Thomas haben mit Chris L. ihr Trio wieder komplettiert. In der Agra Halle bewies der versierte Frontmann, dass er eine gute Wahl für Funker Vogt war. Die Songs von Funker Vogt klingen kräftiger, emotionaler. Dabei trat ein wenig der Sound in den Hintergrund. Auf dem aktuellen Album Code of Conduct klingt das ausgewogener. Es wurde bereits mit Chris L. produziert und seht ganz neu in den Plattenregalen.

 

 

 

Zum Abschluss ein sphärischer Ausflug in die schwedische Landschaft mit Forndow

Eigentlich ist es etwas einsam auf der Bühne. H.L.H. Swärd sitzt allein auf einem Stuhl und begleitet seine Klangräume mit Gesang ohne Worte. Dabei, so scheint es, lässt er sich von den Klängen inspirieren und improvisiert dazu. Geschaffen wird eine Klangwelt, die sich weit über das Heidnische Dorf erstreckt. Die Besucher in den ersten Reihen haben teilweise die Augen geschlossen und schwelgen im Klang der Musik, die im Dark Ambient angesiedelt ist. Die Gedanken schweifen in die Weite, man kann sich die Weite der Landschaft Schwedens vorstellen, in der Einheit, Ruhe und Spiritualität herrscht.