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Mono Inc. - Welcome To Hell
Mono Inc.
30.10. Erfurt - Stadtgarten; 31.10. Frankfurt - Batschkapp; 01.11. Würzburg - Posthalle; 02.11. Nürnberg - Hirsch; 03.11. München - Backstage; 04.11. Saarbrucken - Garage; 08.11. Karlsruhe - Substage; 09.11. Pratteln - Z7; 10.11. Stuttgart - Im Wizemann; 15.11. Osnabrück - Rosenhof; 16.11. Hannover - Musikzentrum; 17.11. Leipzig - Haus Auensee; 23.11. Berlin - Huxley; 24.11. Hamburg - Markthalle

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27. Wave-Gotik-Treffen 2018 in Leipzig – Höhepunkt der schwarzen Subkultur Drucken E-Mail
Geschrieben von: Wolfgang Hesse   
Montag, den 04. Juni 2018 um 00:00 Uhr
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27. Wave-Gotik-Treffen 2018 in Leipzig – Höhepunkt der schwarzen Subkultur
Private Atmosphäre beim Victorian Village
Formalin, Sulpher, Mercury's Antennae, Die Kammer und Schandmaul begeistern am Freitag
Kleines Festival der elektronischen Musik im NONTOX
Hekate, Qntal, Oomph, Front Line Assembly und Wardruna begeistern am Samstag
Konzert in der Kirchenruine Wachau und Pfingstgottesdienst in der Peterskirche
Then Come Silence und Zeraphine begeistern am Sonntag im Westbad
Ausstellungen und Lesungen beim WGT – eine willkommene Abwechslung
Cold Storm, Kaizer, Traumtaenzer, Oberer Totpunkt und Illuminate begeistern am letzten Festivaltag
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© Wolfgang Hesse Wieder geht ein ereignisreiches Wave-Gotik-Treffen zu Ende. Die 27. Auflage bescherte Leipzig über 21000 Besucher, ist der offiziellen Pressemeldung zu entnehmen. Bei angenehmen frühlingshaften Temperaturen und meist Sonnenschein konnte so richtig Festivalstimmung aufkommen. Über 200 Künstler an etwa 60 verschiedenen Orten in der Stadt sorgten für die nötige Stimmung, Unterhaltung und Beschäftigung. Auch die Leipziger Bürger standen dem schwarz-buntem Treiben in den Straßen ihrer Stadt wieder sehr offen entgegen. Überall bemerkte man Menschen, die bei Fragen zu Verkehrsmitteln oder Örtlichkeiten den Gästen aus aller Welt halfen. Die Vielsprachigkeit der Gothics in der Stadt war zu diesem WGT überall besonders sichtbar. Da vermischte sich Englisch, Deutsch, Dialekte oder die Schweizer Wortart mit Spanisch oder Russisch. Das WGT als weltgrößtes Treffen der schwarzen Subkultur ist noch internationaler geworden.

Überall sind Gewandungen gefragt

© Wolfgang Hesse© Wolfgang Hesse








In diesem Jahr verband sich das erste große Highlight des WGT, das Viktorianische Picknick mit einen überaus gefragtem Musikevent. Kein Geringerer als Oswald Henke hatte zu einem Solokonzert in den Clara-Zetkin-Park eingeladen. Vor einer kleinen Bühne am Rande der großen Wiese füllte es sich zusehends. Zum Konzertbeginn waren es Tausende meist schwarz gekleidete Gäste. Gemeinsam mit Pianist Sebastian Boettcher setzt Henke die Songs von Goethes Erben in Szene. An Aussagekraft und Ausdrucksstärke haben Songs wie "5 Jahre" oder "Lazarus" in der akustischen Interpretation nichts an Stärke eingebüßt, man könnte sogar sagen, sie werden noch persönlicher durch Oswald Henke. In bekannter Manier spielte das Urgestein und der Begründer der neuen deutschen Todeskunst mit seiner Stimme und seinen Emotionen. So begeisterte Henke nicht nur seine Fans, sondern alle, die nur mal "Gothics" gucken gingen. Er überließ nach einer Stunde voller Emotionen und Energie die Anwesenden dem Viktorianischen Picknick. "Das kleine Konzert", so sagt Henke "sollte für alle zugänglich sein, für die Leipziger, die WGT-Besucher mit und ohne Eintrittsbändchen." Er zeigte sich überwältigt von dem Zuspruch, den sein "spontanes" Konzert auslöste und entschuldigte sich dafür, dass die Lautsprecheranlage für eine solche Besucherzahl nicht ausgelegt war. So wurde aus einem intimen Konzert das erste Konzerthighlight des diesjährigen WGT.

© Wolfgang Hesse © Wolfgang Hesse








Im Anschluss trafen sich dadurch weit mehr Menschen zum Viktorianischen Picknick als in den Vorjahren. Unter dem Motto "Wenn man schon mal da ist", verteilten sich die Besucher auf der großen Wiese. Derweilen war ein Durchkommen zwischen den Sitzenden kaum noch möglich. Offizielle Zahlen sprechen von an die 5000 Besucher im Clara Zetkin Park. Die fantasievollen Kostüme waren aber dennoch unter den vielen Schwarzen auszumachen. Hier sah man viele Bekannte aus den Vorjahren in mitunter noch aufwändigerem Outfit.
Steampunk, Viktorianisch, Todeskunst oder Fantasie waren wieder zu entdecken. In diesem Jahr mischte sich Feline Strange, eine zweiköpfige Band aus Berlin, unter die Picknickbesucher. Unterstützt durch einen kleinen Akkulautsprecher gab es Gesang zum Cello. Für viele Picknickbesucher sollte es einen Tag später ein Wiedersehen mit diesen Beiden geben.

Ausführliche Bildergalerie: ----> hier <----

Vielen Dank an die WGT Festivalgesellschaft für Akkreditierung und Fotopass!



Das Gohliser Schlösschen, eine perfekte Atmosphäre für das Victorian Village

© Wolfgang Hesse© Wolfgang Hesse








In einer etwas abgeschirmten Umgebung luden Julia und Kerstin nach einem Jahr Pause wieder zum Victorian Village ein. Es entstand aus der Initiative, den Besuchern eine private Atmosphäre für ein Picknick zu ermöglichen. Grund dafür waren und sind die Hobbyfotografen, die, teilweise rücksichtslos, die Besucher des Picknicks in unpassenden Situationen ablichten.
Obwohl diese Veranstaltung im Gohliser Schlösschen kostenlos und ohne WGT-Bändchen angeboten wurde, gab es eine Einlasskontrolle für Fotografen und Besucher in angemessener Kleidung. So blieb man zumindest ein wenig unter sich. Die Besonderheit beim Victorian Village ist die musikalische Unterhaltung. Feline Strange, Double Cello mit Benni Cellini und Martin Höfert, Moran Magal aus Israel oder der "Hardchor" Stimmgewalt aus Berlin waren zu hören. Dazu gab es eine Meile ausgewählter Angebote von Händlern und weitere Möglichkeiten den Tag im Schlösschen zu genießen.

Wir sprachen mit Stimmgewalt aus Berlin über ihre Musik und die Ambitionen beim diesjährigen WGT dabei zu sein. webseite: stimmgewalt.berlin

















Interview Teil1

Interview Teil2

In einem Zelt wurde die Cerenomy of Love zelebriert.
















Gespräch:


Ganz besondere Porträts konnte man sich bei einer Malerin anfertigen lassen.
















Gespräch:


Die Ambiente des Gohliser Schlösschen war eine ausgezeichnete Wahl für das Victorian Village. Man kann nur hoffen, dass diese Veranstaltung für die Organisatoren auch ein Erfolg war und sie das auch nächstes Jahr zu einem Treffpunkt der ganz anderen Art in Leipzig werden lassen.



Die Bands am WGT-Freitag

Zurück zum ersten Tag des WGT. Natürlich stehen die Szenebands selbstverständlich im Mittelpunkt des alljährlichen Treffens. So war es auch in diesem Jahr wieder schwer, zumindest seine persönlichen Höhepunkte zusammenzustellen. Derweilen spielten Lieblingsbands zeitgleich an verschiedenen Orten Leipzigs.

© Wolfgang Hesse© Wolfgang Hesse








Einige Konzertlokationen sind in diesem Jahr weggefallen, teilweise wegen Renovierung oder ungünstigen Konditionen. Neu dabei war dieses Mal unter anderen das Westbad. Hier eröffnete Formalin quasi das WGT 2018.
Das Berliner Duo hat sich der elektronischen Musik verschrieben. Es ist eine Mischung aus Industrial, IDM und Elektro. Sie wollen mit ihrem Sound beweisen, wie "modern, harte elektronische Musik sein kann" und nennen das Ganze "Berlin City Industrial". Im Westbad präsentieren sie eine dynamische energiegeladene Show, beeindruckend visionell.
Es folgte eine sehr interessante britische Band, die beinahe bei vielen unbetrachtet geblieben wäre. Dank eines Hinweises vom Management von Sulpher wurden viele darauf aufmerksam. Gitarrist Rob Holliday und Schlagzeuger Steve Monti sind in der britischen Indie-Rock-Szene keine Unbekannten. Hollyday spielte bei Marylin Manson und The Prodogy. Vor der Bandgründung gab es zudem Berührungen mit The Mission, Gary Newman oder The Jesus and the Mary Chain. Geboten wurde erstklassiger Indierock mit düsteren Ausprägungen, eben melancholische Härte. Interessant ist vielleicht noch zu erwähnen, dass das neue Album "No One Will Ever Know" am 31. August 2018 erscheint. Das Video zur ersten Single "Take A Long Hard Look" kann hier (https://youtu.be/TNMJC4pU-RM) über Youtube angeschaut werden. Dieser Song war übrigens auch im Westbad zu hören.

© Wolfgang Hesse© Wolfgang Hesse








Das Schauspielhaus gehört seit eh und je zu den interessantesten Konzertlokationen beim WGT. Hier geben sich international renommierte Bands quasi die Klinke in die Hand. Lange Reihen vor dem Schauspielhaus zeigen des Öfteren, dass diese Bands bei vielen Besuchern auf der Favoritenliste stehen. So mancher musste auch in diesem Jahr auf den einen oder anderen Event aufgrund von Überfüllung verzichten. Jedoch nicht am Freitag. Hier war das amerikanische Trio Mercury's Antennae aus Portland, Oregan zu erleben. Sie gastierten das erste Mal in Europa und dann gleich auf dem WGT. Geprägt wird die Musik von Sängerin Dru Allen, Bassistin Cindy Coulter und Multiinstrumentalisten Erick R. Scheid. Der Sound bewegt sich von ätherischem Rock bis hin zu archaischen Klangüberlieferungen und moderner Elektronik.
Ebenso entspannt konnten die Besucher dem anschließenden Auftritt von "Die Kammer" genießen. In voller Besetzung gab es ein Feuerwerk an alternativer Musik. Der Gründer von "Chamber", dem nicht mehr existierenden schwarzen Kammerorchesters, Marcus Testony und Matthias Ambre (ex. ASP) spielen teilweise in der Minimalbesetzung als Duo oder mit Streichern, Klangwerk und Tuba. In beiden Fällen überzeugt der Sound von Die Kammer. Die Lieder sind kleine filigrane Pop-Kunstwerke, die gelegentlich von Schwermut gekennzeichnet sind. Meist sind es morbide Geschichten über den Tod, das Leben und alles dazwischen. Zu erwähnen sei vielleicht, dass Benni Cellini (Letzte Instanz) die Streichergruppe mit seinem Cello unterstützte.


© Wolfgang HesseAls Höhepunkt in der größten Musikhalle des WGT, der Agra Halle, erwies sich am ersten Festivaltag Schandmaul. Die Musiker begeistern mittlerweile schon 20 Jahre und haben unzählige Songs der Mittelalterrockszene geprägt. Leider nicht ganz fit, wie Fontmann Thomas Lindner zu Beginn mitteilte, war seine Angeschlagenheit während des Konzertes dennoch nicht sichtbar. Präsentiert wurden Höhepunkte des Schaffens aus 20 Jahren. Von zarten Balladen wie Lichtblick bis zu mitreißenden Liedern von Drachentöter bis Vogelfrei und letztendlich die Geschichte von der Walpurgisnacht.
Leider musste aus gesundheitlichen Gründen das Open Air Konzert von Schandmaul im Heidnischen Dorf, zwei Tage später, ausfallen. Daher folgender Tipp. Für alle, die das komplette Schaffen der Band "fast" vollständig hören möchten, sei der 16. November genannt. An diesem Tag gibt es in der LANXESS Arena in Köln ein großes Jubiläumskonzert zum 20. Geburtstag der Band Schandmaul. Mit dabei unter anderen, Saltatio Mortis und Fiddlers Green.


Kleines Festival der elektronischen Musik im NONTOX

© Wolfgang Hesse© Wolfgang Hesse








An drei Tagen öffnete der Club NONTOX seine Pforten für die WGT-Besucher. Hier bot sich für viele Tagesgäste die Gelegenheit für einen kleinen Eintritt dennoch dunkle Musik live zu erleben.
Am Samstag waren Bands Szenegrößen, wie Darkness on Demand, Intent:Outtake, Evo-lution oder Desastroes hier auf der Open Air Bühne zu erleben. Bei erstklassiger Stimmung empfanden es die Bands seht motivierend vor solch einem begeisterten Publikum spielen zu können.

Wir hatten Evo-lution und Desastroes vor bzw. nach ihrem Auftritt im Interview.
















Interview mit Evo-lution:



















Interview mit Desastroes:


Die Bands am WGT-Samstag

© Wolfgang Hesse© Wolfgang Hesse








Der Tag mit den meisten Szenemusik Highlights sollte tatsächlich der Samstag werden. Auch für das Heidnische Dorf konnten Besucher ohne WGT-Bändchen eine Tageskarte erwerben.
Bekannte Szenegrößen lockten viele Fans und Interessierte in das große Areal am Torhaus Dölitz. Hier läuteten Hekate den Musikabend ein. Die Band, die nach der griechischen Göttin der Nekromanie und des Spuks benannt ist, kommt aus Koblenz und gibt es bereits seit 1991. Die Musiker verarbeiten Elmente des Folks, Klassik, Liedermacher und Mittelalter mit Perkussion, Schlagzeug, Gitarren und historischen Instrumenten. Die Mythen und Legenden in eigenen, meist deutschen Texten werden durch bedeutende Texte früherer Epochen in Französisch, Englisch oder Jiddisch ergänzt. Zum 27. WGT haben Hekate ihr neues Album "Totentanz" mitgebracht, dass sie auch in Ausschnitten live präsentierten.
Vielen Besuchern sind Qntal sehr gut bekannt und so war kurz nach Konzertbeginn kein Durchkommen mehr auf der großen Wiese vor der Bühne im Heidnischen Dorf. Die Band um die Ausnahmesängerin Sigrid (Syrah) Haussen ist wie immer eine Wohltat für Augen und Ohr. Die historische Instrumente von Michael Popp, wie Laute, Drehleier und diverse Flöten bestimmen das Instrumentarium ebenso wie die Geige von Sarah "Mariko" Newman und natürlich dem umfangreichen Schlagwerk. Eröffnet wurde das Konzert mit Nachtblume, dem Titelsong vom gleichnamigen aktuellen Album. Es ist das VIII. Studioalbum der Band. Doch auch die älteren Lieder, wie Frühling, Veni oder auch das Ecce Gratum, das sehr an die Anfänge mit Ernst Horn erinnert, waren zu hören. Viele Besucher wünschten sich, Qntal bald einmal wiederzusehen.

Höhepunkte in der Agra-Konzerthalle

© Wolfgang Hesse© Wolfgang Hesse








Ein paar hundert Meter in der Agra-Halle wurde es an diesem Abend besonders international. Größen ganz unterschiedlicher Genres begeisterten die Besucher.
Nach Zeromancer (Norwegen) und 3Theets aus den USA, enterten Oomph die Bühne. Der Name ist Programm und nicht nur den Fans der Gothicszene ein Begriff. Bereits 1990 gegründet haben Oomph die musikalische Szene in Deutschland mitgeprägt. Gemeinsam mit Rammstein sind sie die Urväter der sooft kopierten Neuen Deutschen Härte. Letztlich möchten Oomph nicht in dieser Schublade landen, sondern bezeichnen ihre Musik als eine ihnen innewohnende Mischung aus Metal, Industrial, Gothic und EBM. Mit viel Energie entert Frontmann Dero die Bühne. Er scheint keinen Augenblick still zu stehen. Unterstützt wird er von Crap (Gitarre; Keyboard) und Flux (Gitarre, Samples) und zwei Schlagzeugern. Mitunter greift Dero zu den Sticks und schlägt brachial auf große Trommeln ein.
Front Line Assembly (FLA) kommen aus Vancouver, Canada, und haben die Anfänge der dunklen Musik auf dem amerikanischen Kontinent mit geprägt. Bill Leeb war bei der Gründung von Skinny Puppy in den 1980-er Jahren beteiligt. Im Jahre 1992 veröffentlichten  FLA, ein Album, das noch heute zu dem Höhepunkten des Genres zugerechnet wird. "Tactical, Neural Implant" gehört zum Besten, was unter dem Namen EBM jemals herausgebracht wurde. Dieses Feuerwerk aus Elektro und Schlagwerk haben FLA mit nach Leipzig gebracht. Klangstörungen findet man ebenso, wie opulente Melodien. Für viele Besucher zählen FLA zu den Höhepunkten des 27. WGT.
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Für andere der darauf folgende Auftritt der Norweger Wardruna ein "Muss". Als Mitternachts-Spezial angekündigt lockt die Band Hunderte noch vor den alltäglichen WGT-Nacht-Parties in die Agra Halle. Mit zwei überdimensionierten Hörnern beginnt das Konzert im mystischen Sound der nordischen Mythologie. Die Klänge inspirieren zum Träumen und lassen die Gedanken schweifen. Einar Selvik hat die Band im Geiste der nordischen Kultur und entsprechend esoterischer Traditionen im Jahre 2002 gegründet. Zu erwähnen sei vielleicht, dass sich Faun, die mittelalterlichen Pagan-Musiker aus München, von Wardruna inspirieren ließen. Für ihre Geschichte vom Weltenbaum Yggdrasil haben sie sich von den Norwegern diesen Song mit Musik und Texten der Edda einspielen lassen.



Konzert in der Kircheruine Wachau

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Der dritte WGT-Tag, der Sonntag, begann für viele WGT-Besucher auf dem Friedhof. Die Band Arcana aus Schweden lud zu einem Konzert in die Kirchenruine Wachau ein. Das ist das einmalige Ambiente zwischen den Mauern einer ehemaligen Basilika, umgeben von einem Friedhof. Geschätzt Tausend Leute haben sich nach Wachau auf den Weg gemacht. Bereits eine gute Stunde vor Konzertbeginn gab es kam noch freie Stehplätze inmitten des ehemaligen Kirchenschiffes. Bald bevölkerten die Besucher alle Plätze um die Kirchenruine. Man saß auf den Stufen, lag oder saß zwischen den Gräbern oder machte es sich unter schattenspendenden Bäumen bequem. Kurz gesagt, auch hier konnte man der Musik aus dem Inneren lauschen, haben doch die Mauern viele Öffnungen, wo die Musik nach draußen drang. Die Schweden beeindruckten mit bombastischen und zarten Klängen orchestral und akustisch. Geige, Gitarre und Schlagwerk wurden vom Keyboard unterstützt.
Die Stimme von Cecilia Bjärgo ist einmalig und schwebt über den Klängen. Es ist eine Mischung aus Neoklassik, Dark Wave und Dark Ambient. Arcana nimmt ihre Zuhörer mit auf eine Reise, eine Reise in das Innere der Seele.

Christlicher Glaube und die Gothicszene

© Wolfgang Hesse© Wolfgang Hesse








Mittlerweile gehört der Szene-Gottesdienst zum WGT am Pfingstsonntag zu den festen Bestandteilen am WGT-Wochenende. Zwei zeitversetzte Gottesdienste werden in der Peterskirche angeboten. "Entflammt", so übertitelte Patrick Patrik Thiele den Text für seine diesjährige Predigt. Der Schriftsteller fand die richtigen Worte und sprach den Besuchern in der Peterskirche ins ihre Herzer. Es verglich die Anbetung in früheren Zeiten mit den Brandopfern für Gott mit unserer Situation, wo Christus für uns durch das Feuer gehen musste, damit wir rein vor Gott werden. Begleitet wurde das Programm von der Musikern von Aurago und Ebenbild. Es tanzte mit einem Reifen zur Musik: Lena Fürsch. Mareike Greb sprach die einleitenden und abschließenden Worte. In der wunderschön mit weißen Lilien, bunten Blumen und unterschiedlichen Kerzen dekorierten Kirche könnten sich die Besucher noch ein wenig der Stille hingeben. Am Schluss hatten die Besucher die Möglichkeit, Kerzen auf einem Spiegel zu entzünden, die sich hundertfach widerspiegelten. Eine kleine Streichholzschachtel mit der Aufschrift Gothic Christ am Ausgang als Mitgabe sollte das Leuchten mit in die Welt der Besucher tragen.


Die Bands am WGT-Sonntag

© Wolfgang Hesse© Wolfgang Hesse








Im Westbad überzeugte Then Come Silence aus Stockholm/Schweden. Sie präsentierten düster schimmernde, destruktive Musik als Beschreibung einer apokalyptischen Welt im Endzeittaumel. Musikalischen bewegen sie sich zwischen Gothrock und Postpunk.
Frontmann und Gitarrist Alex Svenson war in ein Kapuzenshirt gehüllt und verkörperte die Dunkelheit. In ihren Songs flirten sie ganz ungeniert mit dem Tod oder laden ein zum Totentanz. Das aktuelle Album Blood aus dem Jahre 2017 stand im Mittelpunkt der Show. Man erlebte eine Band, die es sich lohnt auch einmal aus der Konserve anzuhören.
Den Abschluss an diesem Tag bildeten Zeraphine. Frontmann Sven Friedrich zeigte sich zu Beginn überrascht, über die lange Konzertzeit, sollten Zeraphine erst in einer anderen Lokation auftreten. Ihn viel es jedoch nicht schwer, die zusätzlichen Minuten mit Musik zu erfüllen. "Lieber allein" und "Die Macht in dir" eröffneten die Show. Zeraphine sind lange nicht live aufgetreten, doch mit diesen Songs holten sie sich zurück in die Herzen der Zuhörer. Sven Friedrich war an den Anfängen der musikalischen Gothic-Musik in den 1990-er Jahren aktiv beteiligt. Seine erste Band Dreadfull Shadows setze bis zum Jahre 2000 Maßstäbe in der Szenemusik. Fast nahtlos schloss er nach deren Auflösung die Lücke mit Zeraphine. Darkrock, Gothrock aber auch alternative Elemente findet man in der Musik der Band. Die weiche, emotionale und tiefe Stimme des Frontmanns ist ein Markenzeichen in der Gothic Musik. Seine Liebe zur elektronischen Musik hat die Band Solar Fake entstehen lassen. Einige elektronische Einflüsse sind auch im Sound von Zeraphine zu finden.


Ausstellungen und Lesungen beim WGT – eine willkommene Abwechslung

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Grafik von Alex Blaschke

Gleich am Freitag lud Alex Blaschke, Bassist bei Unzucht, zu einer ganz persönlichen Ausstellung am Kanal 28 ein. Im Mørtelwerk war seine Kunst "Bird Inside" zu sehen. Sie findet vorwiegend in Aquarellen ihren Ausdruck. Dazu gab es ein unterhaltsames Programm, organisiert von der größten deutschen Gothic Community "Schwarzes Leipzig". Das mysteriöse Meisterwerk "Hieronymos Bosch" stand im Mittelpunkt von Lesungen. Christian von Aster, Isa Theobald und Michael Schwessinger versuchten Licht in das geheimnisvolle Leben des Künstlers aus dem 15. Jahrhundert zu bringen. Danach konnte bei Livemusik und DJ's bis zum Morgengrauen getanzt werden.







Absurdes in der Sixtina

© Wolfgang Hesse© Wolfgang HesseFranziska Strodl kommt aus Zwickau und nennt ihre Kunst "Absurd Art". Im Untergeschoss der Absintherie konnte man in ihre Welt eintauchen. Große und kleine Werke von ihr waren an den Wänden zu finden und wurden in das richtige Licht gesetzt. Vieles mutet schon recht absurd an, wenn man den ersten Blick darauf wirft. Man entdeckt Skelette, Knochentierchen, den Sensenmann und vieles Skurriles mehr. Seit 2014 gibt es Absurd Art. Franzi arbeitet vorwiegend mit Tusche, Aquarell und Feder. Für das WGT in der Sixtina hat sie nicht nur das Titelbild gezeichnet, sondern die gesamte Getränkekarte entworfen. Franzi lässt sich vorwiegend durch Musik inspirieren, setzt Themen, die sie bewegen und Emotionen in ihren Arbeiten um. Das Bild Nestflüchter konnte sie jedoch nur als Posterdruck zeigen, da sich das Original auf einer Wanderausstellung befindet. In der Alterskategorie von 19 bis 25 Jahren erhielt dieses Bild den Hauptpreis der JugendKunstTriennale 2018 des Sächsich-Bayerischen Städtenetzes.
Mehr Informationen und Bilder gibt es auf https://www.facebook.com/AbsurdArt/ oder im Shop: https://www.etsy.com/de/shop/AbsurdART?ref=shop_sugg

Was Franzi noch zu ihren Bildern zu berichtet weiß, erzählt sie im Interview:















Interview mit Franziska Strodl:



Multimediale Ausstellung in der Galerie Raum 16 (Windscheidstraße 31)

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Ähnlich Absurdes und Surrealistisches ging es in der Galerie Raum 16 zu betrachten.
Hier zeigte Steve Bauer seine neue Ausstellung und das in einer ganz besonderen Art. Neben Malerei, Illustrationen und Mixed Media Arbeiten von Steve Bauer, sorgte Musik von René Klimaczewski, eigens für die Ausstellung komponiert, und eine stimmungsvolle Beleuchtung für ein atmosphärisches Ambiente.
Der Betrachter wurde von Gemälde zu Gemälde geführt. Die Ausstellung nannte Steve Bauer "Überstunden über Stunden" und bedankte sich damit bei seiner Frau für die Rücksichtname an seiner Kunst. Der thematische Schwerpunkt seiner Ausstellung und seiner Arbeiten liegt in der Auseinandersetzung verschiedener Gesellschaftsebenen und Alltagssituationen. Informationen zu Galerie und Künstler findet man unter
www.kunstgalerie-leipzig.com sowie www.stevebauerart.com





Wir sprachen mit Beatrice und Steve Bauer in der Galerie Raum 16 Werk und die Ausstellung:
















Gespräch mit Beatrice und Steve Bauer:


Das kleine Volk in der Galerie BeuteltierART (Könneritzstraße 24)

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Das kleine Volk sind all die unsichtbaren Naturwesen und Geister. Sie leben in den Welten des Lichts, auch Ätherreich genannt. Ihnen zugeordnet sind viele unterschiedliche Gattungen wie: Feen, Elfen, Brownys, Goblins, Schwarzalben, Urisks, Zwerge, Gnome, Undinen und Sylphen. Aus diesem Grund wird das kleine Volk auch als die Seele der Natur verstanden.
Eine Begegnung mit ihnen wirkt wie ein Blick in den Spiegel unserer Seele.

Luci van Org, Ben Swerk und Holger Much haben das kleine Volk gemalt. Einige ihrer Werke waren in der Galerie BeuteltierART zu sehen.
https://www.beuteltier-art.de/










Wir sprachen mit Susanne Höhne über ihre Galerie und die Ausstellung während des WGT:
















Gespräch:


Luci van Ort las aus "Die Geschichten von Yggdrasil: Das kleine Familienbuch der Nordischen Sagen"

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Yggdrasil, der Weltenbaum oder die Weltenesche ist der größte und prächtigste Baum der Welt. Seine Äste breiten sich über alle neun Welten aus und erstrecken sich über den Himmel. So allerlei Geschichten und Sagen ranken sich um Yggdrasil. Bei strahlendem Sonnenschein hatten es sich die Besucher auf der Wiese vor der Brunnenbühne bequem gemacht und lauschten den Erzählungen von Luci van Org. Diesmal hat sie die Geschichte vom Dichtermet mitgebracht. Hier erzählt Luci, wie der Göttervater Odin es schafft, dem Met dem Riesen Baugi zu entwenden. Und…, ein paar Tropfen fallen auf Midgard zu den Menschen. Ein paar Dichter gebe es dadurch auch hier, verrät Luci van Org schmunzelnd. Verse aus dem Horvamol brachte sie danach noch zu Gehör. Es sind Odins Ratschläge an die Menschen. "Erster und wichtigster Grundsatz ist, wo immer du hingehst, immer zuerst schauen, wo die Notausgänge sind … usw." Wie immer vergingen bei diesen amüsanten Lesungen 30 Minuten wie im Fluge, schade eigentlich.

Christian von Aster und Lydia Benecke im Blauen Salon

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Wenn ein Tourist über Pfingsten durch Leipzigs Innenstadt ging, sind ihm ohne Zweifel die langen Menschenschlangen auf dem Marktplatz aufgefallen. Was gibt es da zu kaufen, mag man gedacht haben. Gibt es in Deutschland noch Engpässe? Alles falsch, die WGT-Besucher warteten geduldig vor dem Einlass am Blauen Salon. Hier trafen sich beim WGT, alle, die etwas zu sagen haben. Bettina Bormann, Christian von Aster oder Lydia Benecke, um nur einige zu nennen.
Und es lohnte sich tatsächlich zu warten. Christian von Aster präsentierte am Montag eine Lesung der ganz anderen Art. Musik, Comedy und noch einiges mehr waren 75 Minuten zu erleben.
Zunächst stellte von Aster seine neueste Kindergeschichte "Igelig, eine Geschichte mit Stacheln" vor. Sie handelt von einem Igel, der keine Stacheln hat. Danach begrüßte der Dichter Comte Caspar auf die Bühne, seines Zeichens Klarinettist bei Coppelius. Gemeinsam improvisierten beide in Wort und Musik. Die Geschichten entstehen quasi aus zufälligen Sprüchen in Überraschungseiern. So entwickelt sich die Show zu einer einmaligen Caspar-Aster-Maximal-Improvisation, wie der Meister selbst das nannte. Schließlich verwandelte sich von Aster in Captain Black und machte die Weltmeere unsicher. Kurz gesagt, einen unvergessliche Show präsentierten hier Aster und Caspar im Blauen Salon.

Ein ernstes Thema mit Lydia Benecke

© Wolfgang HesseVielleicht nicht für jedermann gedacht, war das Thema, das die Diplom Psychologin Lydia Benecke in den Blauen Salon mitbrachte. "Terroristen?, Amokläufer? Was treibt Menschen zu unvorstellbaren Taten?" war ihr Vortrag überschrieben. In einer leicht verständlichen Weise erklärte Lydia Benecke, die selbst Erfahrungen aus der Gefängnis-Psychologie mitbringt, wie Serienmörder oder Amokläufer ticken. Sie analysierte die Entwicklung von Menschen, die vor ihrem Suizid anderen mit in den Tod nehmen wollen, woher ihre Wut, ihr Unverständnis mit der Welt kommt. An Beispielen bekannter Fälle aus der Vergangenheit und Gegenwart ging sie auf die Ursachen ein, die Menschen bewegten, unvorstellbare Taten zu begehen.




Die Bands am WGT-Montag

In der Absintherie Sixtina gibt es zum WGT jedes Jahr ein Begleitprogramm. Absinth, Kunst, Verkaufstände und Musik laden alle, ohne Eintritt zum Besuch ein. Ein abwechslungsreiches Programm wurde über die WGT-Tage hier angeboten.

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Goth-Pop mit Kaizer
Am Sonntag konnte man hier die Band Kaizer erleben. Auf der kleinen Bühne in der Absintherie wurde ein akustisches Programm präsentiert. Thomas, Chris, Nina, Alex und McMurdoch kennen sich bereits seit Jahren aus diversen künstlerischen Projekten und alle verbindet eine jahrelange Freundschaft. 2016 gründeten sie die Band Kaizer. Die Musik ist Darkrock mit harten Gitarrenriffs, mitreißenden Grooves, episch und chorälen Klangflächen, gepaart mit deutschen Texten. Viel Beifall ernteten Kaizer in der Sixtina. Marie aus dem Publikum darf sogar ihr Lieblingslied von der Bühne mitsingen "Wenn die Sonne untergeht". Wer mehr von Kaizer erleben wollte, hatte am Pfingstmontag im Westbad beim Rockset der Band, die Gelegenheit dazu.

Geburtstagsfeier mit Cem Bergerac

Oxic Inc und Cold Storm gastierten am Montag in der Absintherie Sixtina. Beide Bands haben einen gemeinsamen Mastermind, Cem Bergerac. Er bringt Erfahrungen von der Synthrockformation Eycromon als Live-Keyboarder, Komponist und Produzent mit. Während sich Oxic Inc. den Gothic Electro Rock widmet ist Cold Storm im Bereich von New Wave/Darkwave, Electro und Dark Pop/Synth Pop angesiedelt. Einflüsse von Industrial und Metal sind bei den Songs von Cold Storm ebenfalls zu entdecken.
"Der Bandname vereinigt die Gedanken an Kälte und Dunkelheit. Das ist ein kalter Sturm an elektronischen Beats und Noises gepaart mit einer Stimme", heißt es vielversprechend im Pressetext. Die Musik von Cold Storm ist frisch, dynamisch und geprägt von Cem's emotionaler Gesangsstimme. In der Sixtina präsentierten Med Tax und Cem ihr Debütalbum "Stealth Punk", das rechtzeitig zum 27. WGT in die Läden kam. Das entwickelte sich zu einer Geburtstagsfeier für das Album und für Cem Bergerac, der an diesem Tag ein Jahr älter wurde.

Gothic Musik im Mittelpunkt am letzten WGT-Tag im Westbadd

© Wolfgang Hesse© Wolfgang Hesse








Im weiteren Verlauf des Abends stand die "Gothic Musik" im Zentrum im Westbad. Deutsche Texte, instrumentiert mit Rockgitarren und emotionalen Stimmen, so in etwa kann man Bands wie Traumtänzer, Oberer Totpunkt oder Illuminate charakterisieren.
Traumtänzer standen nach über sechs Jahren das erste Mal wieder auf einer Bühne, und dann gleich beim WGT, was für eine tolle Chance.
Die Band Traumtaenzer wurde von Tom O`Connell, Musikproduzent, Musiker und Autor im Jahre 2008 ins Leben gerufen worde. Erste Alben und EP's entstanden 2010 und 2011. Doch das Schicksal schlägt manchmal grausam zu. Marco Blum, dem Sänger von Traumtaenzer, widerfuhr Ende 2012 ein sehr schwerer Arbeitsunfall. Er erlitt mehrere lebensbedrohliche Verletzungen und lag nach dem Koma lange Zeit auf der Intensivstation. Nach einem langen Krankenhausaufenthalt und vielen weiteren Schicksalsschlägen kämpfte sich Marco Blum nach und nach zurück ins Leben. Viele Dinge änderten sich nun für ihn, doch er hat niemals aufgegeben. Heute stehen Traumtaenzer wieder auf den Bühnen und man wird noch einiges von der Band hören. In Leipzig griffen die Musiker auf bekannte und bisher veröffentlichte Songs zurück. Stigmata, Fremdes Land, Schattenspiel und Für die Nacht sind nur einige davon. Die emotionale tiefe Stimme von Marco gibt Traumtaenzer diesen einmaligen Klang, der die Herzen der schwarzromantischen Anhänger ohne Umwege erreicht.

Oberer Totpunkt präsentieren Label Show auf dem WGT

© Wolfgang HesseEigentlich sind Bettina Bormann und Oberer Totpunkt (OT) keine Unbekannten in der Szene. Dennoch sind auch Urgesteine der Szene noch für eine Überraschung gut. Im Westband haben sich OT für ihr Konzert viele Gäste eingeladen. Zum einem waren das die Tänzerinnen und Tänzer Sarah Hünig-Lange, Ladie Zombie/Zad Sangrea und Ali 'Fangsmith, die die Songs szenisch umsetzten. Musikalisch waren die Labelkollegen von X-O-PLANET mit auf der Bühne. Manja Kaletka & Goderic Northstar präsentierten ihren Song Exoplanet aus dem Jahre 2016 Album Passengers und unterstützten beim Gesang und am Synthesizer. Das aktuelle Album von X-O-PLANET erschien im April dieses Jahr. Selbst Labelchef Benno Kramm (Danse Macabre) lies es sich nicht nehmen, bei diesem musikalischen Feuerwerk dabei zu sein. Die Stimmung auf der Bühne war im Saal zu spüren und das ganze Westbad hat gefeiert.

Es wurde alles gespielt, was von OT bekannt ist, wie die offizielle Setliste der Show verrät:

01 BLUTMOND
02 SEI AUF DER HUT
03 RATTENFÄNGER© Wolfgang Hesse
04 LANGFRISTIG GESEHEN SIND WIR ALLE TOT
05 X-O-PLANET
06 WOHIN GEHT DIE LIEBE?
07 SCHIZOPHRENIE
08 SIE SIND DA
09 SPIEGEL IM KÄFIG (WELLENSITTICH)
10 TEUFELS LEHRERIN
11 UNTERGEHEN
12 NEUROSEN BLÜHEN
13 GEVATTER TOD
14 ALLTAG MACHT TOT
15 HAMBURG
16 (DAS IST NICHT) MEINE WELT


WGT-Abschluss mit Illuminate im Westbad

© Wolfgang HesseAm Montag haben sich viele das Höhepunkt im Westbad nicht nehmen lassen. Illuminate füllen nach wie vor die Konzerthallen. Dass Johannes Berthold seit 1993 mit Illuminate unterwegs ist, merkt man ihm und der Band und erst recht nicht der Musik an. Noch so jung und frisch klingen die rhythmischen und ins Herz gehenden Lieder. Sie beschreiben die Gefühle der schwarz gekleideten Menschen und handeln über das Leben, den Tod und die Liebe. Manche Texte klingen wie direkt aus dem Leben gesprochen. So gibt es natürlich Musik vom aktuellen Album "Ein ganzes Leben", aber auch die altbekannten Songs wie "Es brennt die Welt" oder "Bittersüßes Gift" fehlen an diesem Abend nicht. "Geheimes Leben" bildet den Schlusspunkt eines echten musikalischen Highlights des WGT's 2018.


Fazit:
© Wolfgang HesseSicher wird es wohl jedem Besucher schwer fallen das einzuschätzen, so unterschiedlich wurden von jedem die Höhepunkte reflektiert. Das 27. Wave-Gotik-Treffen war sehr gut besucht. Die Organisatoren sprechen von 21000 Besuchern. Dieser Eindruck hat sich auch überall bestätigt. Leute über Leute bei den Konzerten, bei Lesungen, dem Picknick oder Sonderveranstaltungen. Lokationen mussten wegen Überfüllung geschlossen werden und lange Schlagen bildeten sich vor dem Schauspielhaus oder dem Westbad. Doch wer sich etwas fest vorgenommen hatte, dem ist es auch in den meisten Fällen gelungen. Frühzeitiges Kommen zahlt sich nicht nur beim WGT aus.
Die Angebote an Kunst und Kultur waren auch in diesem Jahr wieder gut abgestimmt und es gab für jeden "klassischen" Geschmack Angebote. Ob die Musik-Kammer, die Oper, das Gewandhaus, die Peterskirche oder die Thomaskirche, auch ohne Szenemusik ließ sich ein abwechslungsreiches WGT gestalten. Dazu kamen die viele Ausstellungen und Museen, die mit dem WGT-Bändchen kostenlos besucht werden konnten.
Es sei hier allen Lesern dieses Berichtes empfohlen, beim nächsten WGT das gesamte Programm anzuschauen, sich vielleicht mal das offizielle Programmbuch zuzulegen und während des Treffens auch mal abseits der Konzerthallen wahre Höhepunkte zu suchen. Es lohnt sich!