Equiamicus, Nicolaus: Lebendig begraben Drucken E-Mail
Geschrieben von: Sascha Richter   
Donnerstag, den 20. Januar 2011 um 11:41 Uhr

Seiten: 138, Taschenbuch
Verlag: Ubooks
Genre: Sachbuch, Mystik, Okkult
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3-86608-122-2
ISBN-13: 978-3-86608-122-2
Erschienen: Leipzig 1896 / März 2010

Vor hundertvierzehn Jahren verfasste der Arzt und Theosoph Franz Hartmann ein Buch über die Problematik des Scheintodes und des damit einhergehenden Lebendigbegrabenwerdens. Nicolaus Equiamicus griff dieses Themengebiet auf, um das Buch, das seinen aktuellen Bezug noch immer nicht verloren hat, in überarbeiteter Form erneut zu veröffentlichen.


Und tatsächlich belegt er mit Fallbeispielen aus den letzten Jahren, dass noch immer Menschen ihr Leben verlieren, nachdem sie aus dem Scheintod erwachten oder aber durch versehentlichen Mord am Erwachen gehindert werden.

Im ersten Kapitel werden Unmengen an mitunter unglaublichen Geschichten über den Scheintod angebracht. Sehr oft zog dieser ein Begräbnis des Unglücklichen und dessen qualvolles Sterben nach dem Erwachen im Sarg nach sich. Doch die Beispiele künden auch von der zufälligen oder intuitiven Rettung so einiger Menschen, die mit dem Scheintod kämpften.

Im zweiten Teil des Buches befasst man sich mit der philosophischen Betrachtung des Todes und damit auch des Lebens. Dabei ließ sich laut Autor auch ein Exkurs in die Religionen nicht vermeiden, welche schließlich alle versuchten, die Phänomene des Lebens und des Todes zu ergründen und zu erklären. Doch begrenzte er ihn auf den notwendigen Teil und hielt seine Ausführungen gezielt wissenschaftlich.

Schließlich widmet sich das dritte Kapitel den verschiedenen, teils lange Zeit, teils noch heute gängigen Anzeichen des Todes, entkräftet deren Aussage und legt dar, dass schlussendlich die Verwesung der inneren Organe das einzig untrügliche Zeichen für den Tod eines Menschen ist.

Nachfolgend findet sich noch eine Reihe von "Vorsichtsmaßregeln gegen das Lebendigbegrabenwerden" und der Entwurf einer Gesellschaft gegen dasselbe.

Vor allem das erste Kapitel liest sich wunderbar und bietet einen hervorragenden Einstieg in das Thema. Spannend ist ebenfalls die philosophische Herangehensweise an die Frage des Lebens und des Todes, wenngleich jeder für sich entscheiden muss, inwieweit er an religiöse Ansichten glauben möchte.

Das Buch ist zweifellos sehr interessant und gerade für Interessenten des Okkultismus' oder für wissenschaftlich geprägte Menschen mit Blick über den berühmten Tellerrand empfehlenswert.


Vielen Dank an Ubooks für die Bereitstellung des Rezensionsmaterials!