Eishima, Jun: Final Fantasy XIII. Episode Null - Versprechen Drucken E-Mail
Geschrieben von: Charly Groß   
Freitag, den 03. Juni 2011 um 11:19 Uhr

cover, final fantasy, buchSeiten: 320, Taschenbuch
Verlag:
Panini/Koch Media
Genre: Fantasy
Sprache:
Deutsch
ISBN-10:
3-83322-240-9
ISBN:13: 978-3-83322-240-5
Erschienen: 15. Februar 2011


Von einem Krieg gegen den "Höllenplaneten" (Grand) Pulse erzählt man sich seit Jahrhunderten auf Cocoon. Beide Welten werden von einer mysteriösen Macht beherrscht, den Fal Cie. Bei Gefahr wählen diese sich aus der Bevölkerung ihre Kämpfer aus. Die auserkorenen L'Cie, mit einem Symbol auf der Haut markiert, können nicht mehr in ihr altes Leben zurückkehren. Entweder sie erfüllen ihre zugeteilte Aufgabe und werden zu Kristallen (als Zeichen von Reinheit und Unschuld) oder sie versagen und fristen als Cieth ein seelenloses Dasein.


Buch und Game

All das scheint fast vergessen, doch einzelne Pulse-Fal-Cie sind noch immer auf Cocoon. Ein Vorfall in einem Kraftwerk der Küstenstadt Bodhun fördert eine solche zutage und das Leben der sich zu dieser Zeit dort befindenden Cocooner ändert sich grundlegend.

"Episode Null" komplettiert die Vorgeschichte, die an bestimmten Stellen im eigentlichen Playstation-Game "Final Fantasy XIII" nach und nach freigeschaltet wird und dem Spieler die Hintergrundgeschichte offen legt. Auf 320 Seiten wird der Leser in das Schicksal der sechs Hauptcharaktere eingeführt.

Einen großen Anteil des Buches beanspruchen das Erwachen, die Mission und die Erinnerungen Fangs und Vanilles von Grand Pulse. Immer wieder erinnert sich Vanille an Grausamkeiten, die Cocoon den Grand-Pulse-Bewohnern antat. Ihre Ernte wurde ihnen genommen, die Felder teilweise unbrauchbar gemacht. Verzweiflung und die Angst vor weiteren Gefahren ausgehend von Cocoon war allgegenwärtig. Man erfährt die andere Seite der Medaille.

Natur versus Technik

Während in Grand Pulse alles naturbelassen ist und die Menschen im Einklang mit ihr leb(t)en, herrscht in Cocoon die Technik und die Macht des Fal Cie vor. Warum sich Nahrung anbauen, wenn man es serviert bekommt? In diesem Denken, ähnlich unserer Supermarktgeneration, wachsen die Kinder auf. Monster und Pflanzen werden den Cocoonbewohnern durch Genmanipulation gefügig gemacht. Viele wissen nicht einmal, wo ihr tägliches Essen herkommt.

Auch auf den 14-jährigen Hope und seine Freunde trifft dies zu. Bei einem Klassenausflug in die Natur beispielsweise erleben sie das erste Mal mit allen Sinnen den Duft der Blumen und sehen die kräftigen Farben der dort wachsenden wilden Früchte. Ein Gemüsepudding, eine wabbelige Masse, kreuzt ihren Weg und den Kindern wird schlagartig klar, aus was ihre täglichen Speisen u.a. hergestellt werden können. Die künstlich erzeugte Nahrung scheint in ihrem Herstellungsprozess an Geschmack zu verlieren, denn die naturliebende Fang stellt sich zum Essen immer einen großen Salzstreuer daneben, um den faden Geschmack zu übertünchen.

Dajhs Mission

Weitere wichtige Figuren sind der Eliteflieger Sazh und sein kleiner Sohn Dajh. Als eine Cocoon-Fal-Cie den sechsjährigen Jungen als L'Cie auswählt, beschlagnahmt das PSIKOM, die Spezialeinheit der Regierung, zum Wohle Cocoons den Jungen. Dem Vater bleibt nichts weiter übrig, als ihm seine verbleibende Zeit so schön wie möglich zu gestalten. Sahz' Gedanken und Gefühle werden durch dessen Scheindialog mit einem Chocobojungen, ein Geschenk für seinen Sohn, wiedergegeben, sodass der Leser sich in seine Situation hineinversetzen kann.

Schwestern

Neben Fang, Vanille, Hope und Sazh spielt auch die Dreiecksbeziehung Lightning/Serah/Snow eine tragende Rolle. Sowohl das Spiel als auch das Buch beginnen mit der kühlen, innerlich wütenden Lightning, die sich nach dem Tod der Eltern um ihre Schwester Serah kümmert. Snow, der Anführer einer Bürgerorganisation, ist ihr dabei besonders ein Dorn im Auge, da er sich viel zu sehr für ihre Schwester zu interessieren scheint. Letztendlich wird im Spiel – das verrät das Buch nicht – Serahs Schicksal alle miteinander vereinen.

Fazit

Wer "Final Fantasy XIII" kennt, wird dieses Buch als Vorgeschichte zu schätzen wissen. Viele Motive sind in dem Spielepos nebulös geblieben, die nun im Buch deutlich nachvollziehbarer erscheinen. Die Charaktere werden auch vom Stil her genauso dargestellt, wie man sie im Spiel kennengelernt hat: Lightning, die Kühle, Snow, der Draufgänger, der sein Herz auf der Zunge trägt, Sazh, der liebende Vater, Serah, die naive Schwester, Hope, der verbitterte Sohn, und nicht zuletzt die seelisch zweigeteilte Vanille und die kluge, coole, wachsame Fang.

Wer das Game nicht kennt, wird das Buch als ersten Band einer mehrteiligen Buchserie ansehen und auf die Fortsetzung warten.


Vielen Dank an Panini Verlags GmbH für die Bereitstellung des Rezensionsmaterials!