Lambda - There Drucken E-Mail
Geschrieben von: Cindy Loether   
Mittwoch, den 20. Juni 2012 um 12:57 Uhr

© LambdaLabel: Timezone
Genre: Ambient/Live-Elektronik/Experimental
Erschienen: 25. Mai 2012

Eine Weile ist es her, seit man etwas von Lambda, dem Projekt rund um Carsten Hundt, hörte. War der Leipziger doch mit dem Kontrabass durch Europa unterwegs, unter anderem auch mit der Band Adversus. Nun gibt es das zweite Album von Lambda: "There".

Bereits auf "Weites Land" (Rezension bei Rezianer) konnte man die sphärischen Klänge des Kontrabasses vernehmen und erkennen, mit welcher Kunstfertigkeit Carsten Hundt sein Instrument beherrscht.

Für den Nachfolger hat sich der Bassmeister Verstärkung geholt. Sein Bassspiel wird vollendet mit der Stimme von Mareike Greb, einer Leipziger Tänzerin, Sängerin und Schauspielerin. Ihre klare Stimme trifft jeden Ton und vermag es, die nachdenkliche Stimmung in den Stücken zu verstärken.

Das Zusammenspiel des Kontrabasses in all seinen Nuancen in Verbindung mit Mareike Grebs Stimme lässt einen hinfort driften in eine andere, in eine mystische Welt

Dabei ergänzen beide Elemente einander, ohne dass eines im Mittelpunkt steht.

Den Anfang des Albums macht "Neu",  eine sanfte und ruhige Melodie, die von Mareike Grebs Stimme umschlossen wird. Auch in "Für immer" hört man sie, die melodiös mit der Intonation jedes einzelnen Tones spielt und dabei von Carsten Hundts Spiel umgarnt wird. "Dein" bricht mit dem Gesang, birgt jedoch eine faszinierende Variation von Sprache und Bass.

Im nächsten Track wird es schneller. Die "Dämmerung" bricht herein. Ein wenig düster, doch nicht allzu melancholisch spielt der Kontrabassist hier mit den Saiten und schafft instrumental den Übergang zur Nacht.

Es folgt "Charon", das aus zwei Teilen besteht. Anfangs erinnert es an eine italienische Oper. Nach ungefähr der Hälfte des Stückes jedoch wird zurück ins Deutsche gewechselt und nach dem "Fährmann" gerufen. Musikalisch geht es weiter in die "Nacht" hinaus und hinein ins "schwarze Boot". Dem beruhigenden, schwebenden englischsprachigen Gesang der "Herzensfrage" folgt das melancholisch-angehauchte Stück "Keine Antwort". "Worauf?" lässt das Album sanft ausklingen.

"There" ist ein in sich stimmiges Album, welches eine harmonische und nuancenreiche Kombination von Kontrabass, Synthesizer und Stimme innehat

Man könnte Analogien zu Yann Tiersen und Claire Pichet ziehen, die es ebenso verstehen, Gesang und Instrument zu einer Einheit zu verschmelzen.

Für eine knappe Stunde reist man durch das musikalische Werk rund um den Kontrabass und findet sich in einer anderen Welt wieder. Es ist kein Album zum Abrocken, ganz im Gegenteil. Es ist eines zum Entspannen und Nachdenken, zum Entdecken und Genießen.

Trackliste
Neu
Für immer
Dein
Dämmerung
Charon
Nacht
Herzensfrage
Keine Antwort
Worauf?

Weitere Infos
Homepage: www.lambda-band.de
Facebook: www.facebook.com/lambda.band
MySpace: www.myspace.com/streichbass

Bei Rezianer
WGT-Bericht 2012 - u.a Lambda in der Sixtina: www.rezianer.de
Rezension Weites Land: www.rezianer.de

Vielen Dank an Lambda für die Bereitstellung des Rezensionsmaterials!