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TANZWUT: Umbruch und Auferstehung - Teufel und Ardor im Interview Drucken E-Mail
Geschrieben von: Wolfgang Hesse   
Sonntag, den 21. November 2010 um 17:27 Uhr


Durch die einschlägigen Szene-News ging die Meldung, dass ihr euch als Tanzwut von Corvus Corax getrennt habt. Daher zu Beginn gleich die Frage: Was waren die Gründe, und wie geht es nun mit Tanzwut weiter?


Teufel: Nach 15 Jahren mit Corvus Corax und Tanzwut haben sich die Interessen der Musiker der ehemals gleichen Besetzung grundlegend verändert, sodass wir nun getrennte Wege gehen. So kann sich jeder weiterentwickeln und seinen eigenen Weg gehen. Einen Wandel gab es innerhalb beider Bands schon sehr oft.


Ich habe in den letzten Monaten neue Musiker für Tanzwut gewinnen können, welche alle Spaß an der Musik und dem Unterwegssein haben. Momentan bereiten wir unsere nächste Studio-CD vor, welche im kommenden Jahr veröffentlich wird. Aber parallel zu der Mittelalter-Industrial-Show bereiten wir auch ein mittelalterliches Akustik-Programm vor, denn auch da liegen unsere Wurzeln. So wird man uns im kommenden Jahr vielseitig auf den Bühnen zu sehen bekommen. Man kann also gespannt sein!

Ihr habt jetzt ein neues Lineup. Wer gehört alles zur Band und was haben die neuen Bandmitglieder vorher gemacht, in welchen Bands waren sie aktiv?

Teufel: Das neue Lineup sieht wie folgt aus:

Teufel (Gesang, Dudelsack) - Bands/Projekte: Pedicullus, Unbehout, Pullarius Forcillo, Corvus Corax, Cantus Buranus, bei Tanzwut seit 1996
Martin Ukrasvan (Gitarre, Davul) - Bands/Projekte: DREIST, DESPOTIC, Corvus Corax, Cantus Buranus
Der Zwilling (Bass, Dudelsack) - Bands/Projekte: Volkstrott
Steve the Machine (Schlagzeug) - Bands/Projekte: Extrabreit, Mad sin, Terrorgruppe, Skeptiker, Alec Empire, Queen Yahna, Sin City Circus Ladies, A Pony named Olga, Electric Ooze
Ardor (Dudelsack, Schalmei) - Bands/Projekte: Cornix Maledictum, Ardor & the Toxic Blood Dollz (Eelektro Rock), Corvus Corax/Cantus Buranus  
Jan (E-Drums, Keyboard, Dudelsack) - Bands/Projekte: REDCRAVING
Thrymr (Dudelsack, Schalmei) - Bands/Projekte: Nosfatu

In eurem Blog heißt es, "Ardor ist back@Tanzwut". Ardor, was hast du zwischenzeitlich gemacht, und warum bist du jetzt wieder mit dabei?

Ardor: Das, was ich am besten kann – Musik. Ich habe mal was ganz Neues machen wollen und habe mich den zwanziger und dreißiger Jahren gewidmet.

Als Ardor deVille performe ich mit tänzerischer Begleitung von Tara la Luna (eine der bezauberndsten Burlesquetänzerinnen) Songs aus dem Goldenen Zeitalter.

Wieder bei Tanzwut einzusteigen, war aus zwei Gründen eine leichte Entscheidung, erstens, weil mir Tanzwut schon immer viel Spaß gemacht hat und zweitens durch die Änderungen im Lineup. Das war ja damals kein unerheblicher Grund, warum ich bei Corvus Corax/Tanzwut ausgestiegen bin.

Etwas zur Geschichte: Seit wann gibt es Tanzwut und wie ist euer Name entstanden?

Teufel: Tanzwut gibt es seit 1996 und entstand bei meinem Eintritt bei Corvus Corax. Ich hatte im Vorfeld schon viel mit Brandan (jetzt Cultus Ferox), Micha Rhein (jetzt In Extremo), Flake und Paul Landers (beide Feeling B. und jetzt Rammstein) mit Mittelalter, Rock und Industrial experimentiert.

Der Name Tanzwut entstammt einer Bewegung aus dem Mittelalter, in welcher die Leute während der Pest in tage- und wochenlange Tanzekstasen verfielen. Dies wollten wir auch – aber ohne Pest im Nacken.

Wie würdet ihr die Entwicklung von Tanzwut charakterisieren, wenn ihr zurückschaut? Gibt es da bemerkenswerte Veränderungen?

Teufel: Ich finde, dass jede CD, die gemacht wurde, für sich steht und immer ein Abbild der jeweiligen Zeit darstellt. Es ist schwierig, das zu beantworten, da lange Zeit nicht an Tanzwut gearbeitet wurde. Aber ich denke, dass es jetzt einen Umbruch oder eine Auferstehung geben wird.

Wer von den Gründungsmitgliedern ist heute noch dabei?

Teufel: Ich.

Eure Musik passt gut in die Richtung Mittelalterrock. Ist das so richtig, oder würdet ihr da widersprechen?

Teufel: Ich widerspreche da nicht, da heutzutage viele Bands unter dem Begriff Mittelalterrock zusammengefasst werden. Konkreter würde ich es aber Mittelalter-Industrial-Rock nennen.

Eure Lieder und Instrumentalstücke sind zum Tanzen anregend, witzig, hintergründig und mit direkten Texten. Ist das der Stil von Tanzwut und wie seht ihr das selbst?

Teufel: Diese Beschreibung hat es ganz gut getroffen. Wichtig ist für uns die deutsche Sprache, treibende Gitarren, Dudelsäcke und Spaß auf der Bühne und mit den Fans zu haben. Lasst uns durchdrehen!

Wie entstehen eure Lieder? Wer schreibt die Musik und wer die Texte?

Teufel: Die Texte schreibe hauptsächlich ich. Die Musik entsteht dann in Zusammenarbeit mit den anderen Musikern.

Wie kommen euch die Ideen dazu?

Teufel: Das ist ganz unterschiedlich. Inspiriert werde ich durch Erlebnisse auf Tour, aber auch im Alltag, durch Zeitungsberichte, Bücher, Fernsehen usw. oder auch merkwürdigen Geschichten, die einem widerfahren.

Könnt ihr ein wenig auf die nächsten Pläne von Tanzwut eingehen, Live-Konzerte, neue CD etc.?

Teufel: In diesem Jahr haben wir im Dezember noch 3 Konzerte (2.12. Hameln, 3.12. Kaiserslautern, 4.12. Aschaffenburg). Im nächsten Jahr wird es auf jeden Fall eine Tournee zur CD geben und wir werden auf verschiedenen Festivals zu sehen sein. Außerdem gibt es noch Mittelalter-Akustik-Shows auf verschiedenen Veranstaltungen.

Warum plant ihr Akustik-Konzerte? Was wird uns bei diesen Konzerten erwarten?

Teufel: Wir planen eine Akustik-Mittelalter-Show, da die Wurzeln von fast jedem Tanzwut-Musiker in der Mittelaltermusik liegen. Ich bin schon seit mehr als 20 Jahren als Spielmann unterwegs, war in verschiedenen Mittelalterbands und habe die Mittelaltermusik in Deutschland maßgeblich mit beeinflusst und weiterentwickelt. So wäre es ein Frevel, wenn wir diese Tradition nicht weiterführen würden. Außerdem möchte ich den Dudelsack nicht "an den Haken hängen", da er mein Instrument ist und ich auch die Musik, welche u.a. auch durch mich zum Leben erweckt wurde, weiter aufführen möchte.

Teufel, du bist Sänger von Tanzwut und maßgeblich an der Entwicklung der Band beteiligt. Warum benutzt du als Künstlernamen die Gestalt aus der Unterwelt?

Teufel: Mein Name ist ein Spielmannsname. Den hab nicht ich mir ausgesucht, sondern einen Spielmannsnamen bekommt man verliehen.

Meinen Namen habe ich von Brandan (ehem. Tanzwut und ein langjähriger Freund) verliehen bekommen, da ich als Straßenmusiker irgendwann in den 1990ern immer eine Ballade gesungen habe. In der Ballade ging es um einen Dudelsackspieler, der im volltrunkenen Zustand zur Pestzeit aus der Kneipe torkelte, irgendwo liegenblieb und am nächsten Morgen in einer Pestgrube erwachte. Dieser entstieg er spielend und mit guter Laune und wurde von den umstehenden Totengräbern für den leibhaftigen Teufel gehalten.

Welche persönliche Beziehung habt ihr zum Musikmachen und zu eurem Publikum? Gibt es da etwas zu erzählen?

Ardor: Musik liegt mir sehr am Herzen. Ich mache Musik, so lange ich denken kann.

Dies kam durch meine Mutter (Schauspielerin) und meinen Vater (Regisseur und Journalist), die ihr Leben  beide der Kunst verschrieben haben und mich im frühesten Kindesalter schon förderten, indem sie mich zur Musikschule und zum Chor schickten und mir später das Geld für meinen ersten Dudelsack vorgeschossen haben, was ich dann durch Straßenmusik und auf Mittelaltermärkten erfolgreich wieder einspielte.

Musik sollte natürlich auch gehört werden – was wäre also Musik ohne Publikum? Und das Tanzwutpublikum war immer ein sehr dankbares  – und das vor allem weltweit, was mich natürlich besonders freut.

Was gefällt euch besser, in kleinen Clubs oder bei großen Festivals vor vielen Leuten aufzutreten?

Teufel: Es hat alles seinen Reiz. Große Festivals sind natürlich für uns der Wahnsinn, wenn man vor Tausenden von Leuten steht und diese begeistert mitmachen. Andererseits lieben wir auch die familiärere Atmosphäre der Clubs, in denen wir einen direkten Kontakt zum Publikum haben können.

Möchtet ihr zum Abschluss noch ein paar Worte sagen?

Wir möchten gerne noch unserem Fanclub "Schattenreiter – Dem Tanzwut Fanclub" für die Unterstützung in der letzten Zeit danken!

Dann sei auch euch für die Zeit und eure Bereitschaft für das Interview herzlich gedankt.

Viel Erfolg für Tanzwut und euch persönlich.

Weitere Infos:
www.myspace.com/tanzwutmusic
www.myspace.com/tanzwut-fanclub

Herzlichen Dank an Spider Rock Promotion für die Möglichkeit des Interviews und die Fotos!