Stefan Kalbers: Ein wenig sterben Drucken E-Mail
Geschrieben von: Charly Groß   
Sonntag, den 02. Januar 2011 um 04:05 Uhr

Seiten: 173, Taschenbuch
Verlag: Ubooks
Genre: Anti-Pop
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3-86608-118-9
ISBN-13: 978-3-86608-118-5
Erschienen: August 2009


Der Versicherungsmakler Georg wird mit dem misslungenen Selbstmordversuch seines einstigen Jugendfreundes Flammer konfrontiert, der nun unter vollkommener Amnesie leidet. Stück für Stück löst er das Rätsel um den Suizid. Gleichzeitig wird er in seine Vergangenheit hineingezogen, lässt die Gegenwart und die sich anbahnenden Probleme völlig außer Acht, bis er schließlich seine eigene Lebensweise hinterfragen muss.


Das Buch ist wie ein Detektivroman aufgebaut, in dem aus der Sicht des Ich-Erzählers Georg die Geschichte, mit Innere-Monolog-Einschübe, erzählt wird.

Neben Georgs Suche nach der Wahrheit und den Veränderungen in dessen eigenem Leben baut Autor Stefan Kalbers auch eindeutige Anklagen gegen die Moderne in den Roman ein. Das beginnt mit dem Vergleich zwischen Protagonist und Freund in Bezug auf Beruf und Charakter und mündet in eine Darstellung der heutigen sozialen Begebenheiten, immer aus Georgs Sicht betrachtet.

Die Verrohung der Jugend wird genauso angesprochen wie freizügige Sexualität, gelegentlicher Drogenkonsum, geistige Abstumpfung, Fluchtgedanken, Ignoranz oder die Verarmung schlechthin. Metaphorisch wird der drohende soziale Abstieg durch den Eintritt in einen stinkenden, düsteren Bunker verdeutlicht.

Kalbers weiß Spannungsbögen aufzubauen und Pointen zu setzen. Sein Anti-Helden-Roman "Ein wenig sterben" fesselt den Leser und schärft den Blick auf soziale Missstände in der Gegenwart.