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Krypteria - All Beauty Must Die Drucken E-Mail
Geschrieben von: Sascha Richter   
Montag, den 18. April 2011 um 01:12 Uhr

krypteria_2011Label: Liberatio Music
Genre: Rock/Metal/Klassik
Erschienen: 22. April 2011

Mit dem ersten Song zeigt sich gleich die neu gewonnene Härte und kämpferische Freiheit von Krypteria. Ji-In schreit einem unter Umständen nicht allzu imaginären "Messias" die Wahrheit ins Gesicht. Vor allem Kuschs drängendes Schlagzeug unterstützt sie bei ihrem Feldzug gegen den Lügner. Dieser Einstieg reißt den Hörer bereits als Sturzbach mit.


Eine Spur ruhiger geht es mit "As I Slowly Bleed" weiter. Hier zeigt die studierte Sängerin, was alles in ihrer Stimme steckt, während Chris Siemons und Frank Stumvoll an Gitarre und Bass ihr Übriges tun, um das langsame Ausbluten eines Menschen zu interpretieren. Bei "Fly Away With Me" schlägt zunächst der Rock voll durch. Doch schon bald entsteht eine hebende Stimmung, in welcher Ji-Ins liebliche Stimme zum eleganten Flug in die Ferne einlädt. Schnelle Passagen lösen die choralen Stellen ab und vermitteln düster die Dringlichkeit, einfach der Situation zu entfliehen. Hier zeigt sich die Affinität der Band zu musicalartigen Liedern. Kein Wunder, denn dies ist schließlich einer ihrer Ursprünge. Von unfassbarem Schmerz kündet die im Musikstudium hervorragend ausgebildete Stimme der in Köln lebenden koreanischen Sängerin. Dass es die mittlerweile nicht mehr nur in Korea sowie Deutschland bekannte Band trefflich versteht, Gefühle auszudrücken, wird in "Love To Fight Another Day" und "(How Can Something So Good) Hurt So Bad" überdeutlich. Jeder wird sich wohl leicht an Sehnsucht und Liebeskummer erinnert fühlen, wenn er dieser Komposition lauscht.

Etwas rockiger geht es mit harten Riffs sowie vorherrschendem Schlagzeug bei "Eyes Of A Stranger" weiter. Mit ihrem extrem klaren Gesang fällt Casting-Gewinnerin Ji-In in die Augen eines Fremden, ein gefährliches Spiel, wie ihre teils rasanten Worte beschreiben. In diesem Stück macht sich die Mischung aus Rock, Metal, Klassik und gregorianischen Chorälen bezahlt, indem sich die unterschiedlichen Strömungen ergänzend vermischen, wobei sie zu einer energiegeladenen Einheit verschmelzen, welche auch in den übrigen Songs oft zum Tragen kommt. "Thanks For Nothing" verrät schon mit seinem Namen, dass dieses stark von negativen Erfahrungen inspiriert wurde. Unter anderem durch die hervorragende Rolle des Basses gewinnt dieses Stück eine Härte, welche Krypteria früher nur bei Live-Auftritten richtig zeigen konnten.

"Turn The World Around", der achte Titel des Albums, begeistert nicht nur mit faszinierenden Klängen, sondern auch dem Duett von Ji-In und "Kuschi", dessen Stimme genau das richtige Gegenstück bildet. Nach Rock folgt Metal und der erste von zwei Songs, an denen Gastmusiker beteiligt sind. In "Higher" taucht zwischen teils berauschend hohen Stimmlagen ein Metal-Solo von Tobias "Eggi" Exxel auf. Mit dem Bassisten von Edguy haben sich die vier von Krypteria genau die richtige Unterstützung gesucht. Doro Pesch erscheint in "Victoria" als Gast-Sängerin, woraus ein Duett mit Ji-In entsteht. Die Hymne könnte gut in ein Opernhaus passen. Dementsprechend bietet es wieder ein Stück Abwechslung und deckt Gefühlslagen ab, was der CD ein weiteres Juwel verleiht.

Basierend auf dem gleichnamigen Thriller von Sebastian Fitzek schufen Krypteria mit "The Eye Collector" ein über elfminütiges Stück. In dem musicaltauglichen Song sind auch die Stimmen aller vier Bandmitglieder zu hören. Gerade hier wird die neue Freiheit der Gruppe spürbar, welche sie über die gesamte Länge ausleben. "Get The Hell Out Of My Way" (2011), der erste Bonustrack, schließt sich an. Er beginnt verhältnismäßig ruhig, steigert sich jedoch schnell zu einem hochenergetischen Erlebnis. Hierbei herrscht ein reges Zusammenspiel aus langsameren und schnellen Passagen. Aus diesen viereinhalb Minuten kann man leicht neue Kraft und Mut für die Zukunft schöpfen. Als sehr ruhiges und einfühlsames Lied streicht "Liberatio" geradezu über die Seele. Maßgeblich wird es von Ji-Ins Stimme und dem Piano getragen. Kein Wunder also, dass es damals als Benefiz-Single für die Tsunami-Opfer ausgewählt und nicht lange darauf mit Gold prämiert wurde. Den Abschluss des Albums bildet "Come Hell Or High Water" als hymnenhaftes Lied, das leicht zu allen möglichen Anlässen Verwendung finden kann.

Dieses Album sprüht vor Energie und Abwechslung, und auch wegen des gewagten Genremixes sollte man hineingehört haben.

 

Trackliste
1. Messiah   
2. As I Slowly Bleed
3. Fly Away With Me    3:41       
4. You Killed Me       
5. Live To Fight Another Day       
6. Eyes Of A Stranger       
7. Thanks For Nothing   
8. Turn The World Around       
9. Higher       
10. Victoria   
11. (How Can Something So Good) Hurt So Bad   
12. The Eye Collector       
13. Get The Hell Out Of My Way 2011       
14. Liberatio 2011       
15. Come Hell Or High Water

Band
Ji-In Cho- Vocals, Piano
Chris Siemons - Gitarre
Frank Stumvoll - Bass-Gitarre
S.C. Kuschnurus - Schlagzeug

Weitere Infos
Homepage: www.krypteria.de
Myspace: www.myspace.com/krypteria


Vielen Dank an Absolut Promotion für die Bereitstellung des Rezensionsmaterials!