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Tanzwut - Weiße Nächte Drucken E-Mail
Geschrieben von: Wolfgang Hesse   
Mittwoch, den 17. August 2011 um 18:45 Uhr

copyright devil's promotionLabel: Teufel Music
Genre: Industrial-Mittelalter-Rock
Erscheint: 26. September 2011

Lange war es still um die Berliner Industrial-Mittelalter-Rock-Band, liegt doch ihre letzte Veröffentlichung schon mehrere Jahre zurück. Nach Zeiten der Selbstfindung, des Zerbrechens der alten Besetzung (siehe Interview bei Rezianer) und Dank der intensiven Arbeit des gehörnten Spielmanns haben sich Teufel, Ardor und Gitarrist Martin auf die Suche nach neuen Spielleuten begeben.

In Jagbird (Keyboard), dem Zwilling (Bass) und Shumon (Schlagwerk) nahmen sie gute Bekannte aus alten Tagen in die Reihen von Tanzwut auf. Mit Thrymr am Dudelsack als jüngstes Mitglied hat sogar die neue Generation in das Line-up Einzug gehalten. Wohin die Reise geht, zeigte das Septett im Juli mit einer akustischen Überraschungs-CD "Morus Et Diabolus". Nun folgt Ende September das Album des neuen alten Gespanns.

Tanzen und Feiern


Mit "Weiße Nächte" legen Tanzwut nun das nach, was man von ihnen erwartet, deftigen Rock und Musik für die Tanzfläche. Der Name der Band leitet sich vom lateinischen "Epilepsia Saltatoria" ab, zu deutsch: "Tanzwut". Dies bezeichnet eine Art ekstatischen Tanzes, wie er Mitte des 14. Jahrhunderts, als die Pest über Europa ihren schwarzen Schleier legte, von euphorischen Tänzern im Angesicht des Todes zelebriert wurde.

"Lebenslust statt Alltagsfrust" war von jeher die Devise der Spielleute um Teufel. Unter diesem Motto steht auch die neue Einspielung. Die Ausgelassenheit des Feierns und des Tanzens ist seit der Gründung der Band im Jahre 1999 Programm.

Dabei verstehen es die Berliner Spielleute, mittelalterliches Instrumentarium und Rock’n Roll gekonnt zu verschmelzen. Dudelsäcke treffen dabei auf E-Gitarren und harten Bass, Schalmeien verbinden sich mit Elektronik zu einer brodelnden Mixtur aus Teufels Küche.

Nun sind also Tanzwut wieder da. Wie "Phönix Aus Der Asche" wollen sie auferstehen. Ohne die komplizierte Vergangenheit ganz außer Acht zu lassen, blickt Teufel hier bewusst in die Gegenwart und die Zukunft. Darum heißt es: "Wir sind wieder hier, komm, tanze mit mir". Und tatsächlich, die Musik reißt mit und lädt zum Tanzen ein.

"Weiße Nächte" in Berlin, so könnte man den Titelsong bezeichnen. Dunkle Gedanken haben in der Welt von Tanzwut keinen Platz. Sackpfeifen und Schalmeien geben den Ton an. Gitarren, Schlagzeug und Bass dominieren. Ein wahres Lied über die Ausgelassenheit zum Mitsingen und Mitfeiern: "Komm schenk mir ein".

Von sanft bis
makaber

Im Liebeslied "Bei Dir" beweisen Tanzwut, dass sie sich auch auf die sanfteren Töne verstehen. Text und Gesang von Teufel sind hier sehr emotional und die Instrumentierung dezent gehalten. Der Song ist ein echter Hinhörer und der Ruhepunkt des Albums.

Etwas makaber wird es im Track "Gift". Es ist eine moderne Version vom Schneewittchen, in der die Spielleute die holde Weiblichkeit im Wasser versenken und fragen: "Spieglein, Spieglein an der Wand, wer will die Nächste sein im Land". Doch bevor es zum Sterben geht, muss es noch ein Becher sein. Tanzen, Spielen und mit seinen Träumen fliegen, das ist die Natur des "Wahren Spielmanns", ein mitreißendes Lied.

Auch zum Nachdenken gibt es etwas aus dem Hause Tanzwut, wie immer verpackt in die nötige Ironie. In "Rückgratreißer" geht es um wirbellose Geister, die es verlernt haben, aufrecht zu gehen. Gedankenlose Schwache suchen nach ihrem Meister und gehen im Kriechgang durch das Leben.

In der Ballade "Wenn Der Letzte Vorhang Fällt" denken Tanzwut über glanzlose Zeiten und das Ende nach, Gedanken, die wohl jedem einmal kommen, denn das Leben ist nicht nur Spaß.

Mit einer Gestalt aus Mozarts "Zauberflöte" rechnen Tanzwut in "Königin Der Nacht" ab. "Du spielst mit mir ein falsches Spiel". Die Musik wäre wohl recht nach Amadeus’ Geschmack gewesen.

"La Filha Dau Ladre", schon bekannt von "Morus Et Diabolus", findet man auch auf "Weiße Nächte" wieder. Der alte provenzalische Text kleidet sich hier in ein hymnisches Rockgewand.

Auferstehung

Den Gedanken aus dem alten Tavernenlied "Ballade Vom Armen Augustin", das Teufel früher gern zum Besten gab, bildet die Grundlage zu "Pest Und Teufel". Hierbei geht es um einen Spielmann, der sich volltrunken von der Straße in der Grube der Pesttoten wiederfindet, seinen Rausch ausschläft und am Morgen frohen Mutes mit seiner Sackpfeife aus der Grube auf(er)steht.

Mit diesem Auferstehungsgedanken beschließen Tanzwut ihr aktuelles Album, das nur so vor Lebensfreude strotzt. Die Einheit von Mittelalter und Rock dominieren jeden einzelnen Track. Stimmung, Lust zum Tanzen und Mitsingen könnte den Liedern den Weg auf die Tanzfläche öffnen.

Tanzwut sind eine Partyband. Mit Spielmannsfreude und dem neuen Album im Gepäck geht es im Herbst auf Tour durch die Republik, Österreich und die Schweiz. Man kann also auf die bevorstehenden Rockshows gespannt sein.

Trackliste
01. Weiße Nächte
02. Wie Phönix Aus Der Asche
03. Gift
04. Bei Dir
05. Ein Wahrer Spielmann
06. Rückgratreißer
07. Du Bist Nicht Gott
08. Wenn Der Letzte Vorhang Fällt
09. Folge Deinem Herzen
10. La Filha Dau Ladre
11. Königin Der Nacht
12. Pest Und Teufel

Band
Teufel: Gesang
Martin Ukrasvan: Gitarre
Der Zwilling: Bass
Shumon: Schlagwerk
Jagbird: Keyboard
Ardor: Dudelsack
Thrymr: Dudelsack

Tour zum Album
06.10.2011  Nürnberg, Hirsch (Support: Schock)
07.10.2011  Wien, Szene
08.10.2011  München, Ampere (support: Remember Twilight)
13.10.2011  Karlsruhe,Substage (Support: Remember Twilight)
14.10.2011  Kaiserslautern, Kammgarn (Support: Remember Twilight)
15.10.2011  Pratteln, Z7 (Support: Remember Twilight)
20.10.2011  Hamburg, Grünspan (Support: Schock)

21.10.2011  Leipzig, Werk 2 (D-Club) (Support: Schock)

22.10.2011 Annaberg-Buchholz, Alte Brauerei (support: Schock)
26.12.2011 Bremen, Eisheilige Nacht (Festival), Pier 2**
27.12.2011 Aschaffenburg, Colos-Saal (support: Remember Twilight)

Weitere Infos
Homepage: www.tanzwut.com
Facebook: www.facebook.com/TANZWUTOfficial
Myspace: www.myspace.com/tanzwutmusic

Vielen Dank an Devils Rock Promotion für die Bereitstellung des Rezensionsmaterials!