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NCN: Liebe, Sehnsucht, Wahn - Persephone Drucken E-Mail
Geschrieben von: Charly Groß   
Freitag, den 09. September 2011 um 23:36 Uhr

persephone, nocturnal culture night 2011, copyright: lutz lambrecht"Willkommen in der widersprüchlichen Welt der Persephone", so wird das Ensemble aus Celli, Piano, Percussion und der charismatischen Stimme Sonja Kraushofers angekündigt. Unter dem künstlichen Blätterdach an der kleinen Bühne haben sich die Ersten versammelt. Selten hat diese Deko so gut gepasst wie für diese Show. Besser gesagt, für dieses düsterromantische Theaterstück.

Das Intro erinnert an das Album "Mera Sangeet Kho Gaya" aus dem Jahr 2004. Die in Frack elegant gekleideten Musiker begeben sich still auf ihre Plätze. Die ersten Klänge werden dem Piano entlockt, der Kontrabass setzt ein, dann die beiden Celli, eines nach dem anderen. Gleich darauf ist leise Percussion zu vernehmen. Eine Atmosphäre wie in einem Theatersaal, alles wartet gespannt auf die Hauptakteurin.

Sehnsucht


Mit erdbeerroten wilden Haaren, in einem graugrünen Gewand, wie immer mit bloßen Füßen, betritt Sonja Kraushofer die Bühne und beginnt mit "The Last Song", wobei sie von Kontrabass und Cello begleitet wird. "Your My Sweetest Pain" schließt sich an, gefolgt von "The Day You Went Away" aus dem Debütalbum "Home" (2002). Das fünfzigminütige Schauspiel, das sich den Zuschauern hier bietet, erzählt von einer verlassenen Liebenden, die zerrissen durch Sehnsucht, Hoffen, Bangen und Schmerz allmählich dem Wahnsinn verfällt.

Wahnsinn

Schon im vierten Song "Waiting" wird das Band zwischen Phantasie und Wirklichkeit gefährlich fragil. Wild leuchten die Augen der Sängerin, als sie von der Bühne aus die Stufen persephone, nocturnal culture night 2011, copyright: Lutz Lambrechtzum Publikum hinuntersteigt und die Schleppe ihres Gewandes hinter sich her zieht.

Nahtloser Übergang erfolgt mit "Black Widow". Nun ist sie hungrig auf ihren einstigen Geliebten und nimmt ihn selbst nur noch als Beute war. "Magic Mirror" schließt sich an. Manch einem im Publikum wird mulmig zu Mute, als die Sängerin ganz in Ruhe und in aller Stille ihr Makeup richtet. Kein Ton ist zu hören, Celli und Kontrabass bleiben stumm. Erleichtert stellt man nach dem Klatschen fest, dass es weitergeht. Alles Teil des Stückes, und das Publikum ist mittendrin.

Besinnung

Mit "Reflection", ebenfalls aus dem Debüt "Home", tritt die Erkenntnis ein, sich selbst und anderen etwas vorgemacht zu haben: "I was a great actor for years".

Abgesang

"Mean" und "Merciless" aus dem Album "Letters To A Stranger" (2007) verweisen auf den Ausklang des Konzerts und die Wirklichkeit kehrt allmählich zurück.