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Stahlmann - Quecksilber Drucken E-Mail
Geschrieben von: Wolfgang Hesse   
Sonntag, den 08. Januar 2012 um 04:06 Uhr

afm recordsLabel: AFM-Records
Genre: Gothic/Elektrorock (Neue Deutsche Härte)
Erscheint: 20. Januar 2012

Wenn man Stahlmann sagt, meint man in diesem Zusammenhang nicht den benzinbetriebenen Holzspalter, sondern eine Band aus Niedersachsen, die nicht minder kraftvoll daherkommt.

Erst im Jahre 2008 gegründet, können sie doch schon einige Erfolge vorweisen. So waren sie als Support von Mono Inc. erst vor einigen Wochen unterwegs.

 

Den Besuchern von Eisbrecher ist Stahlmann sicher noch vom Vorprogramm der letzten Tour in guter Erinnerung. Dabei beeindruckte die Band nicht zuletzt durch eine nichtalltägliche und spektakuläre Silberoptik.
Stahlmann gehen neue Wege

Nun liegt "Quecksilber" vor. Es ist nach dem Debüt "Stahlmann" im Jahre 2009 der zweite Longplayer der Band. Der Vergleich mit Rammstein wirkte anfänglich wie ein Magnet, der interessierte Zuhörer anlockte. Mittlerweile ist es der Band langsam leid und sie versuchen, weg von diesem Vergleichsdenken, ein eigenes Image zu finden.

So ist es zumindest auf ihrer Homepage zu lesen.

Die Musik der Göttinger ist eine Mischung aus Elektro und Rock, versetzt mit einer gehörigen Portion Metalriffs. Davon konnte man sich schon auf der Auskopplung "Tanzmaschine" überzeugen, die als Single am 16. Dezember 2010 erschienen ist. Der tanzbare Rock-Metal mit viel Elektronik ist prädestiniert für die Dark-Dance-Floors und  vermittelt die maschinelle Aufforderung "Tanz Mit Mir".

Als Vertreter der sogenannten Neuen Deutschen Härte, die Mitte der 90er Jahre von den Vorreitern Die Krupps, Oomph! und nicht zuletzt von Rammstein und auch Unheilig geprägt wurde, versuchen Stahlmann diese Wurzeln zu nutzen und weiterzuentwickeln. Inwieweit es auf dieser Veröffentlichung gelingt, kann der Hörer selbst entscheiden. Es ist zumindest der neue Weg zu erkennen, der konsequent weiter beschritten werden sollte.

Der Opener ist eine melancholische Mischung aus Ballade, Gothic und Rock mit einer eingängigen Melodie, unterstützt von markanten Industrial-Sounds, Elektronik und fetten Gitarrenriffs. Weiblicher Backgroundgesang unterstreicht die Dramatik der Erzählung über den "Engel Der Dunkelheit". "Nur für dich sollen die Engel leiden", heißt es da im Text.

 

 

Es folgt sofort eine echte Rocknummer:"Spring nicht" fordert auf, alles auf Anfang zurückzusetzen, und nicht einfach zu beenden. Man denkt hier unweigerlich an eine ähnliche Geschichte, die Unheilig in "Ich springe mit" beschrieben haben. "Spring nicht" könnte die Fortsetzung dieser Story sein. Ein wenig an die Stimme des Grafen erinnert der Gesang in "Asche", ein Song über die Verzweiflung nach unzähligen Enttäuschungen.

Keine Roboter sein


Die Monotonie, die Kälte und die Emotionslosigkeit in unserer Gesellschaft prangern Stahlmann in "Tanzmaschine" an. "Wir folgen der Mechanik des Alltags und führen Befehle aus, als wären wir Roboter. Nur nachts erwachen wir zum Leben …  lassen uns von der Musik treiben und gehen aus uns heraus", beschreibt Sänger und Songwriter Mart die Idee des Songs (nachzulesen auf der Webseite des Labels AFM Records). Die Kombination aus Elektronik in Form von EBM-Elementen, gepaart mit Dance ist besonders bei diesem Track unverkennbar, zieht sich aber mehr oder weniger durch das gesamte Album.

Ein Zusammenspiel aus Elektro und EBM


Dies ist auch bei "Mein Leib" zu spüren, ein Song, bestimmt von einem elektronischen Rhythmus und einer Melodie, die im Ohr bleibt. Auch hier gibt es weiblichen Backgroundgesang. Die dunkle Stimme und die düsteren Texte zeigen sich ebenso in den Songs "Am Grunde" und "Schmerz".

Doch nicht genug mit der Tanzbarkeit: Das Album schließt mit einem Club-Remix von "Tanzmaschine", der sicher bald zum Standard-Repertoire der Szene-DJs zählen könnte.

Stahlmann sind nicht mehr die, die 2009 mit "Stahlmann" starteten. Sie versuchen einen eigenen Stil zu entwickeln und haben es, wie man an mehreren Songs hören kann, auch geschafft. Ihre Mischung aus EBM, Gothic, Rock und Metal ist inzwischen mehr wert als der einfache Vergleich mit einschlägigen Szenebands.

Dass diese nicht an Stahlmann vorbeikommen, zeigt auch die bevorstehende Tour: Als Support von Project Pitchfork ziehen sie durch weitere Clubs der Republik.

Trackliste
01 Engel Der Dunkelheit
02 Spring Nicht
03 Tanzmaschine
04 Asche
05 Mein Leib
06 Am Grunde
07 Götter
08 Schmerz
09 Diener
10 Tanzmaschine (Club Remix)

Erscheint auch als Digipak inkl. 3 Bonustracks

Tour 2012 mit Project Pitchfork
20.01.12    Krefeld, Kulturfabrik   
21.01.12    Frankfurt, Batschkapp
27.01.12    Braunschweig, Meier Music Hall   
28.01.12    Herford, X   
03.02.12    Karlsruhe, Substage   
04.02.12    München, Backstage Werk   
10.02.12    Bad Doberan, Blue Hall   
11.02.12    Hamburg, Markthalle   
17.02.12    Berlin, Columbia Club   
18.02.12    Erfurt, Gewerkschaftshaus   
24.02.12    Magdeburg, Factory   
25.02.12    Dresden, Alter Schlachthof   

Band
Mart: Gesang
O-Lee (Ex-Die Schröders): Schlagzeug
Dirk (Ex-Engelhai): Bass

Weitere Infos
Homepage: www.stahlmann.tv
Facebook:   www.facebook.com/pages/Stahlmann/111875982207460
MySpace:   www.myspace.com/stahlmannmusik


Vielen Dank an AFM-Records für die Bereitstellung des Rezensionsmaterials und für die Unterstützung durch KunstMedienPlatz!