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Rock-Metal mit verzerrtem Cello: Coma Divine im Interview Drucken E-Mail
Geschrieben von: Wolfgang Hesse   
Mittwoch, den 20. Juni 2012 um 18:04 Uhr

Coma Divine © Wolfgang HesseComa Divine, die neue Formation um Sonja Kraushofer, gab zum Wave-Gotik-Treffen 2012 im Kohlrabizirkus ihr erstes WGT-Konzert. Kurz vor ihrem Auftritt sprach Rezianer mit der gesamten Band.


Schön, dass ihr euch die Zeit genommen habt. Zum ersten Mal seit eurer Gründung tretet ihr im Rahmen dieses Festivals auf.
Welchen Stellenwert hat für euch das WGT?
Sonja: Wir sind heute als Coma Divine das erste Mal da und haben kurz vorher noch darüber gesprochen, dass es für uns ein ganz wichtiges und tolles Ereignis ist. Wir freuen uns schon sehr auf heute Abend.

Das WGT zählt auch zu meinen persönlichen Lieblingsfestivals. Ich finde es super, dass es so vielschichtige Angebote und Locations gibt, so viele Bands, die da auftreten, und lustige Picknicks.  Ich bin rund um begeistert und hoffe jetzt auch noch, dass der Auftritt gut wird.

 

Martin: Auch die Leute machen sich aufwändig und liebevoll zurecht. Wir haben heute unseren Tonmann am Bahnhof abgeholt und waren in der Innenstadt noch ein Eis essen. Da hat man schon gesehen, wie viel Mühe sich die Leute mit den Kostümen geben. Das ist ganz exorbitant. Vor allem sind auch extrem viele Menschen aus dem Ausland da. Wir haben viele Sprachen gehört. Leipzig wird immer schwärzer über Pfingsten.

Ihr arbeitet auch an anderen Projekten zusammen.
Sonja: Wir kennen uns schon recht lange. Ashley war der Erste, den ich kennengelernt habe. Als wir dann 2003 mit L'Âme Immortelle auf der "Als die Liebe starb"-Tour waren, war Ash an der Gitarre dabei. Kurz darauf kam Francis dazu, 2004, und seitdem spielen wir gemeinsam.

Mit Martin mache ich gemeinsam die Band Persephone, die es seit 2001 gibt. David vertritt Wolfgang Luckner, der jetzt schon bei ein paar Konzerten nicht dabei sein konnte. Auch heute spielen wir mit David und freuen uns, dass er da ist.

Ashley: Man könnte auch noch dazu sagen, dass der Herr Ashley und der Herr Francis auch gemeinsam in der Band Whispers in the Shadows gespielt haben und der Herr David und der Herr Francis auch seit vielen Jahren an einem anderen Projekt gemeinsam musizieren.

Coma Divine © Wolfgang HesseWer hat Coma Divine ins Leben gerufen und wie ist es bisher gelaufen?
Ashley: Begonnen haben wir 2008. Es hat sehr lange brach gelegen. Dann haben wir drei, Sonja, Martin und ich, uns getroffen und ein paar Songs geschrieben. Haben uns dann überlegt, wen könnte man noch, in die Band holen. Da war dann relativ schnell klar, wer das sein wird. Dann haben wir noch ein paar Songs geschrieben, waren im Studio. Wenig später kam das Album raus und wir waren auf Tour.

Sonja: Ich glaube, das hat sich so langsam entwickelt, wie Ashley schon sagte. Mir haben die Konzerte und die Liveauftritte bei L'Âme Immortelle immer sehr viel Spaß gemacht, weil wir viele Lieder auch in anderen Versionen gespielt haben und diese auf die Band angepasst waren. Da hab ich mir gewünscht, das noch auszubauen und auch Francis und Ashley verstärkt in das Songwriting einzubinden.

Langsam wuchs dann die Idee, ein neues Projekt ins Leben zu rufen, was ein bisschen härter und fordernder ist. Da ich mit Martin auch schon recht lange zusammenarbeite, weiß ich, dass er viel mit dem Cello und auch mit Sounds experimentiert. Ich hatte schon immer den Gedanken an eine Rockband mit einem verzerrten Cello anstatt der zweiten Gitarre.

Ist es für euch Profis schwer, eine neue Band bekannt zu machen?
Ashley: Ja, es ist schwer. Es ist generell schwer, Musik zu machen. Egal, ob man lange dabei ist oder nicht.

Sonja: Bis jetzt ist es immer ganz gut gelaufen. Wir waren im April auf Tour gemeinsam mit der Band Henke, wo es auch im Oktober eine Fortsetzung geben wird noch mal mit ein paar Konzerten. Jetzt auch im Juni. Wir freuen uns darüber, unser Album präsentieren und spielen zu können. Vielleicht haben wir einen kleinen Bonus, weil die Leute kurz schauen, das ist eine Band, die man kennen könnte. Aber so richtig zählt es auch nicht, weil es etwas komplett anderes ist. So soll es auch sein. Deshalb muss man es sich auch von unten neu erspielen und erarbeiten. Aber es macht Spaß.

Ein kleiner Exkurs zu L'Âme Immortelle: Es gab von euch vor Kurzem die CD "Momente" und unlängst das Spezialalbum "Fragmente". Hast du neben den vielen Projekten wie Coma Divine noch Zeit für L'Âme Immortelle?

Sonja: Ja, natürlich. Es ist alles nur eine Frage der Einteilung. Mal hat das eine, dann wieder das andere Projekt Priorität. Es ist auch eine Frage von guten Absprachen. Es gab schon mal die Situation, dass zwei Alben gleichzeitig produziert worden sind. Aber normalerweise klappt die Einteilung schon ganz gut. Wir arbeiten gerade an dem neuen Persephone-Album, und es wird auch mit L'Âme Immortelle weitergehen. Es macht mir Spaß, so viel verschiedene Projekte zu machen. Ich finde, dass das eine das andere beflügelt.

Martin, du bist auf dem Cello zu Hause. Wie kam es zu diesem Instrument? Coma Divine © Wolfgang Hesse
Martin: Ich weiß, dass meine Mutter damals mit mir recht viel auf Kinderveranstaltungen wie Kinderopern und dergleichen war. Meine Eltern wollten uns Kindern ermöglichen, dass wir Musik zumindest einmal ausprobieren können. Als sie mich fragten, welches Instrument ich spielen wollte, hab ich dann wohl gesagt: Cello. Seitdem mache ich das.

Wie und warum bringst du das Cello in die Rock-Metal-Musik ein?
Martin: Um einem akustischen Instrument beizubringen, dass es jetzt ein elektronisches ist. Es hat lange gedauert, bis ich wusste, wie man das hinkriegt. Man muss sich mit technischen Sachen auseinandersetzen. Das ist auch nicht immer schön, aber leider notwendig.

Irgendwann hat man ein Ergebnis, bei dem man denkt: Das geht schon mal in die richtige Richtung. Ich wollte es schlicht und ergreifend einfach mal ausprobieren, ob und wie es funktioniert. Ich war drangeblieben, und ja, es funktioniert. Das ist das Faszinierende. Es macht einfach wahnsinnig Spaß.

Ihr wart mit Band Henke kürzlich auf Tournee. Wie entstand die Idee, gemeinsam aufzutreten?
Sonja: Das hat begonnen letztes Jahr am M'era-Luna-Festival. Da hatten wir unser erstes offizielles Konzert mit Coma Divine. Oswald und sein Schlagzeuger Benni sahen unser Konzert und waren dann scheinbar durchaus recht angetan. Da kam die Idee auf, dass sie uns mit auf Tour nehmen, kurz danach die Anfrage. Das war sehr erfreulich, weil wir auch eine Möglichkeit gesucht hatten, uns zu präsentieren.

Die Tour war generell ganz wunderbar, weil es einfach unter dem Motto lief, gemeinsam mehr zu erreichen. Wir haben sehr viel selbst gemacht, und eigentlich versucht, alles allein auf die Beine zu stellen, sämtliche Pressekontakte anzuschreiben. Es gingen unzählige Mails hin und her. Es war eine irrsinnig tolle Zusammenarbeit und macht immer noch Spaß. Wir sind jetzt schon an den Oktoberdates dran.

Ich finde es toll, dass es so einfach läuft. Wir sind gleichberechtigt nebeneinander. Wir haben unsere Erfahrungen und Kontakte auf einen Haufen geworfen, und es kam eine sehr schöne Tour dabei heraus. 

Sonja, du singst auf der neuen EP "Herz" von Henke gemeinsam mit Oswald Henke im Duett.
Sonja: Das Lied "Helden" sollten ursprünglich Hanna (Anm. der Redaktion: Hanna Log) und Oswald singen. Das wollte Henke für die Tour-EP aufnehmen. Zu dieser Zeit ist aber Hanna schon aus der Band ausgeschieden. Weil sich auch die gemeinsame Tour ergeben hatte, dachte Oswald daran, mich für das Duett zu fragen. Es war auch ein Zeichen, um zu zeigen, okay, wir machen da eine gemeinsame Sache. Es ist natürlich auch immer wieder schön, es live zu präsentieren.

Möchtet ihr noch etwas Abschließendes sagen?
Sonja: Wir hoffen, dass die Leute Zugang zu unserer Musik finden. Kommt zu den Konzerten. Ein Liveerlebnis kann auch You Tube nicht ersetzen.

Vielen Dank an Coma Divine für das Interview!

--> WGT 2012: Bilder Coma Divine im Kohlrabizirkus

Band
Sonja Kraushofer: Gesang, Texte
Martin Höfert: Cello
Ashley Dayour: Gitarre
Francis: Bass
David: Schlagzeug

Herbsttour Henke/Coma Divine
06.10.12 Wien | Szene
05.10.12 Glauchau | Alte Spinnerei
04.10.12 Berlin | K17
03.10.12 Rostock | Mau Club
02.10.12 Frankfurt | Das Bett

Weitere Infos
Homepage: www.coma-divine.com
Facebook: www.facebook.com/bandcomadivine

Bei Rezianer
WGT 2012: Über Henke, Coma Divine und Kreativität: www.rezaner.de
Rezension Debütalbum "Dead End Circle" (Coma Divine): www.rezianer.de
Rezension EP "Herz" (Band Henke): www.rezianer.de