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vom 8.-10. September 2017 Kulturpark Deutzen

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Chronicle – Wozu bist du fähig? Drucken E-Mail
Geschrieben von: Martin Kunze   
Donnerstag, den 15. November 2012 um 18:07 Uhr

Regie: Josh Trank
Darsteller: Dane DeHaan, Michael B. Jordan, Alex Russel, Michael Kelly, Ashley Hinshaw, Anna Wood, Bo Petersen
Genre: Drama/ Science-Fiction/ Thriller
FSK: ab 12 Jahren
Sprachen:
Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch
Untertitel: Deutsch, Englisch, Türkisch
Produktionsjahr: 2012
Produktion: Twentieth Century Fox / Davis Entertainment
Laufzeit: 84 Minuten
Erschienen: 17. August 2012 (D)


Andrew hat es nicht leicht: die Mutter sterbenskrank, der Vater ein prügelnder Alkoholiker, in der Schule ein Außenseiter, keine Freunde, keine Freundin und kein Geld. Da kann es nach der zufälligen Entdeckung  einer geheimnisvollen kristallinen Struktur ja eigentlich nur aufwärts gehen.

Diese verleiht dem introvertierten Loser und zweien seiner Freunde nämlich telekinetische Kräfte, mit denen sie sich schließlich sogar in die Lüfte erheben und durch die Wolken jagen können. Beschränken sich die Jungs anfangs noch darauf, ihrer Umgebung harmlose Streiche zu spielen, wird aus dem Spiel mit zunehmend ansteigendem Power-Level schon bald blutiger Ernst.

Interessant, was die Debütanten Josh Trank (Regie) und Max Landis (Drehbuch) hier für nur gut 15 Millionen Dollar aufs Trapez gebracht haben: Die mäßige Story gewinnt keinen Originalitätspreis, wird aber zumindest intensiv erzählt, die einfachen Spezialeffekte wurden zudem äußerst wirkungsvoll eingesetzt. Der besondere Kniff ist aber, dass die Story die meiste Zeit quasi aus der Ego-Perspektive erzählt wird, trägt der seltsam agierende Andrew doch überall eine Kamera mit sich herum, um seinen Leidensweg auch ausreichend für die Nachwelt zu dokumentieren. Im Gegensatz zu anderen "Camcorder"-Filmen bleibt "Chronicle" diesem Konzept jedoch nicht sklavisch verhaftet, sondern schneidet im Verlauf der Story auch immer wieder auf andere (Überwachungs-)Kameras um, wodurch der Film spürbar an Dynamik gewinnt.

Überhaupt bietet der Genre-Mix neben vielen Anleihen aus bekannten Klassikern eine authentische, rohe Wucht, die im äußerst angenehmen Kontrast zu der jüngsten Flut von überfrachteten Superheldenfilmen steht. Am ehesten lässt sich der im schönen Seattle spielende, hauptsächlich aber in Südafrika und Kanada gedrehte Film, noch mit J.J. Abrahams Monsterangriff "Cloverfield" vergleichen, wobei den Protagonisten in diesem Versuch durchaus (etwas) mehr Tiefe zugestanden wird. Dass am Ende viele Fragen nicht geklärt werden, ist angesichts des Guerilla-Konzepts nur konsequent. Im bereits angekündigten Sequel darf es dann aber ruhig ein paar intelligente Überraschungen mehr geben.

---> Den Trailer gibt es hier