Eisenherz: Fluch Der Zeit Drucken E-Mail
Geschrieben von: Wolfgang Hesse   
Mittwoch, den 16. Januar 2013 um 18:20 Uhr

Label: DOTT Records
Genre: Goth-Rock, Synphonic-Metal
Erscheint: 25. Januar 2013

Wenn man die Musik von der Eisenherz charakterisieren soll, muss man mehrere Genre bemühen. Goth-Metal, gepaart mit Melodic-Rock könnte da wohl passen.
Zumindest Letzteres passt auf den Opener, das Intro, das den Namen der Band trägt. Monumentaler Sound, ähnlich einer Filmmusik, vermischt mit Text, der geschickt alle Songtitel des Albums zu einem Gedicht verarbeitet.


6 Jahre liegen zwischen dem Debütalbum „Eisenherz“ und der neuen CD "Fluch der Zeit". Musikalisch wurde der Sound härter. Vergleiche zu der oft zitierten Neuen Deutschen Härte drängen sich auf. Die Stimme von Sänger Eisenheinz erinnert in Tiefe und Stil schon ein wenig an Rammstein, Märzeld oder Megaherz. Doch bieten Eisenherz auf dem neuen Album mehr.

Klassische Elemente in Gesang und Instrumentierung treffen auf treibende Metalriffs und alles umspannende Klangteppiche.


"Die Nacht" eröffnet nach dem Intro den Songreigen. Breiter rockiger Gitarrensound bestimmt das Lied, das mit treibenden Drums durchsetzt ist. Besonders interessant ist die Sopranstimme, die einen Kontrast zur dunklen emotionalen Gesangsstimme darstellt. Ein  mitreißender Rhythmus  begleitet "Du Liebst Mich Nicht". Neben den harten Passagen bauen melodische Stellen mit den Worten "Liebe ist kein Spiel" und klassischem Gesang einen gelungenen Kontrast auf. "Mein Eisenherz zerbrach" könnte das Fazit dieses Liebeskummers sein.

Ein immer wiederkehrendes, ohrwurmverdächtiges Thema findet man im Titelsong "Fluch Der Zeit". Der Rhythmus und die eingesetzten klassischen Elemente fallen besonders auf. Hier trifft der klassische weibliche Gesang auf eine kreischende Gesangsstimme. Das Thema vom Anfang lässt schließlich den Song ausklingen.

"Racheengel" dagegen ist ein Stück ohne wirkliche Melodie mit ambivalenten Soundexperimenten. Eisenherz verarbeiten Gitarren, Strings und orchestraler Klang. Im Text wird eine Rache für erduldetes Unrecht gefordert.

Eine Geige eröffnet "Licht Der Welt". Die Melodie wird sogleich von einem breiten metallenen Soundteppich übernommen. Eine düstere Stimmung vermittelt der Song, der sich um die Frage dreht, wo „das Licht der Welt“ sei. Eine Antwort darauf gibt es nicht.

Kreischende und Gesangsstimme wechseln sich im nachfolgenden Stück ab.
So ergibt sich eine besonders unbehagliche Stimmung, die den Titel "Du Bist So Kalt" deutlich unterstreicht.

Metallischer Rock, gemischt mit elektronischen Impulsen und ebenfalls klassischen Klangfragmenten  treibt "Vampir" an.
Es ist ein Lied über die Vernichtung eines Blutsaugers. Gitarrensolos in die Mitte des Songs runden den Track ab.

Zarte Cembaloklänge leiten "Schlampenball" ein. Unweigerlich drängt sich hier der Vergleich zu "Miststück" von Eisbrecher auf, wobei Eisenherz hier noch etwas härter ins Gericht gehen und dem Thema noch mehr Symbolik verleihen. Die Melodie setzt sich unweigerlich in den Gehörwindungen fest.

Die weiteren Songs des Albums spiegeln das bereits Gesagte wider und zeigen, dass Eisenherz noch lange nicht alle Möglichkeiten ausgereizt haben. Immer wieder kann man neue Klangvarianten entdecken. Eingängige Melodien werden immer wieder von harten Metall- und Textpassagen unterbrochen, wobei in den letzteren Songs die klassischen Anteile etwas weniger den Sound bestimmen.

Bonus
Als Bonustrack findet man den Ohrwurm "Die Seele Brennt" vom  2006er Debütalbum noch einmal auf der Scheibe. So spannt sich ein Bogen von 2006 bis zur neuen Veröffentlichung.
Eisenherz ist der Spagat zwischen Metal, Rock, Gothic und Klassik durchaus gelungen. Bestimmend hierbei sind der Kontrast der Gesangsstimmen, die eingängigen Melodien und die abwechslungsreichen Sounds.

"Der Name Eisenherz verkörpert zum einen die harte, eiserne Seite des Lebens, die auf die mystische und melancholische Welt trifft – symbolisiert durch das Herz. Der ständige Kampf dieser beiden Mächte bestimmt das Zusammenleben der Menschen und ist Thema vieler Songs der Formation aus Bamberg". (Zitat EAM)

Dies verdeutlicht  die Musik der Band, ganz besonders auf dem aktuellen Album und macht Lust auf mehr aus dem Hause Eisenherz.

Trackliste
01 Intro
02 Die Nacht
03 Du Liebst Mich Nicht
04 Fluch Der Zeit
05 Racheengel
06 Licht Der Welt
07 Du Bist So Kalt
08 Vampir
09 Schlampenball
10 Scheintot
11 Manipulator
12 Schicksal
13 Die Seele Brennt (Bonus)

Band
EisenHeinz: Vocals
Ella: Vocals
Nudge: Guitars & Vocals
Michael: Bass, Keyboards & Vocals
Oli: Guitar & Vocals
Erik: Drums

Homepage: www.eisenherz-band.com/
Facebook: www.facebook.com/pages/EISENHERZ/157322914380101
Myspace: www.myspace.com/eisenherz_heinz

Videoclips
Die Seele brennt: www.youtube.com/watch?v=kYyUjpgQ22w&feature=player_embedded
Licht der Welt: www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=aeDBZcI8tkM


Vielen Dank an EAM für die Bereitstellung des Rezensionsmaterials!