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Down Below: Mutter Sturm Drucken E-Mail
Geschrieben von: Wolfgang Hesse   
Dienstag, den 27. Oktober 2015 um 16:18 Uhr

Down Below "Mutter Sturm" Label: Oblivion/SPV
Genre: Gothic Rock, Alternative
"Mutter Sturm": 30. Oktober 2015

Seit 12 Jahren gibt es sie, die Jungs um Sänger Neo Scope. Down Below, so nennt sich die Band aus Dessau/Roßlau und hat von Album zu Album an Bekanntheit zugelegt.

Nun ist es wieder an der Zeit, neues Material zu präsentieren. Das mittlerweile sechste Album der Band heißt "Mutter Sturm" und wird am 30. Oktober 2015 erscheinen. In der Zeit der letzten fünf Produktionen hat sich die Band stetig weiterentwickelt und konnte mit dem Vorgängerwerk "Zur Sonne – Zur Freiheit" einen Charterfolg feiern. Mit dem neuen Longplayer vereinigen sie alles an Erfahrungen der bisherigen musikalischen Jahre.

Persönlich, kritisch, mitreißend

"Es ist das persönlichste Werk von unserem Sänger Neo", meint Dr. Mahony, Drummer von Down Below, "die Texte und die Grundideen für die Musik kommen diesmal komplett von ihm allein."

Man kann getrost sagen, es ist ein rundes und schlüssiges Ganzes entstanden, das Down Below selbst als ihr bisher bestes Album bezeichnen. Und tatsächlich, das Grundkonzept, die Liedauswahl und die abwechslungsreiche Instrumentierung sind optimal aufeinander abgestimmt, und das über die gesamte Playtime.

"Mutter Sturm" ist kein Konzeptalbum, zeigt jedoch mit dem Titel die Richtung an. Es geht um die Elemente Wasser und Sturm, die mächtig, gewaltig und unbändig über die Menschen hereinbrechen und die mit diesen in einem Wechselspiel stehen. Nicht zuletzt die Jahrhundertflut im Juni 2013 hat gezeigt, was das Wasser anrichten kann. Jedoch zeigt die Solidarität der Menschen untereinander, dass diese Naturgewalten beherrschbar sind.

"Mutter Sturm"

Ein Wehr unweit von Roßlau trägt den Namen "Mutter Sturm". "Wir fanden diese Bezeichnung so cool und so wurde das der Albumname, weil dort alles so auseinander bricht, wenn das Wasser darüber schwappt und alle dagegen kämpfen.", erklärt Dr. Mahony.

Mystisch beginnt das Album, als ob sich eine schwarze Wetterfront dem Ufer naht. "Sturmflut" heißt der Opener und zeigt sogleich an, wohin die Reise geht. Mitreißende Riffs untermalt mit fetten Sounds und eine düstere Stimme machen das Lied zu einem kraftvollen Epos. "Teibgut, ich bin nur Treibgut", heißt es in dem folgenden Song. Ein "Leuchtturm" steht symbolisch für Hoffnung und Wegweiser im Leben. Wird er uns durch den Sturm des Lebens nach Hause führen?

Ein Herz aus Stein

Ein steinernes Herz steht im Mittelpunkt des Videos von Down Below zu ihrem Lied "Schenk Mir Dein Herz".

Mitreißende Rockgitarren und ein treibendes Schlagzeug sorgen für Mitsinggarantie und Tanzbarkeit. Die zunehmende Härte nimmt den Faden früherer Alben wie "Wildes Herz" wieder auf und klingt erfrischend.

"Mutter Sturm ist wohl das persönlichste Lied von unserem Sänger Neo, in dem er mit seiner Vergangenheit abrechnet", meint Mr. Mahony. Er zieht hier Parallelen zwischen Liebe und Hoffnung einer Mutter und der Kälte des Sturmes. Das Baby im ungekehrten Dreieck auf dem Cover, das über dem stürmischen Wasser schwebt, symbolisiert wohl diese trügerische Sicherheit. Das Lied wird vorwiegend von harten Rockgitarren dominiert.

Auf dem "Festland"  wartet die Liebe, die Hoffnung. Irgendwann wird dieser Wunsch wahr werden. Auch hier herrscht viel Symbolik vor. Mit letzter Kraft und glücklich scheint die Rettung nahe. Etwas ruhiger ist dieses Lied instrumentiert, zeigt aber weiterhin die treibende Dynamik des Albums.

Traurig, aber schön

Melancholisch düster und sehr persönlich wirkt der Song "Seerosen". Wie trügerisch doch die Seerosen blühen, wenn es keine Zukunft mehr im Leben zu scheinen gibt. So entwickelt sich das Lied zu einem Abschiedsbrief und einer Todesmelodie, aus der es kein Entrinnen gibt.

Hoffnungsvoller wird es mit "Nach der Flut. Es beginnt alles neu, es wird neues Leben geben. "Wir werden die alte Welt … vergessen." Ruhige und schnelle Passagen wechseln sich ab und untermalen eindrücklich die im Text beschriebene kraftvolle Energie des Neubeginns.

Kritisch und mit Bezug zur Heimat

Die letzten beiden Lieder des Albums haben nicht direkt mit den Elementen Sturm und Wasser zu tun, doch schaffen sie einen ganz persönlichen Abschied auf diesem Album. Mit einem Ton, ähnlich einem Schiffshorn beginnt "Blut bleibt rot". Hierin geht es um die Situation in unserem Land und in der Welt. Alle Menschen sind gleich, unabhängig von Hautfarbe und Herkunft. Krieg, Vertreibung, Armut und Unterdrückung führen derzeit zu einer Völkerwanderung. Menschen müssen ihre Heimat verlassen, um in eine ungewisse Zukunft zu gehen. Hier setzt der Song an. Es gilt, nachzudenken und zu begreifen. Pure Ablehnung führt zu Unverständnis. Aufklärung tut Not. "Es ist egal, wonach wir streben, Blut bleibt rot", heißt es im Lied.

Zum Schluss eine gefühlvolle Ballade

"Zu Haus" beginnt mit zarten Pianoklängen, steigert sich jedoch mit dem Refrain zu einer eingängigen Hymne. Ein breiter Soundteppich überdeckt die Musik. "Die Nummer ist eigentlich schon eineinhalb Jahre alt und war übrigens das erste Lied für das Album", erinnert sich Mr. Mahony. "…und für mich der stärkste Song auf dem Album, da fühle ich mich so richtig angekommen und die schließt natürlich das Album wunderbar ab."

"Mutter Sturm" ist Text und Musik, in deutscher Sprache, die nicht allein die schwarze Szene zu den Konzerten anziehen. Die Lieder haben Tiefgang. Sie sprechen durch die gute Abstimmung von Sound und Text die Zuhörer an. Vorschusslorbeeren der Fachpresse gibt es genug. "Mutter Sturm" setzt den musikalischen Weg von Down Below mit einem Riesenschritt bestens fort. Mehr als zehn Jahre bestätigen: Man wird von dieser Band auch in Zukunft noch viel hören.

Das Album erscheint im Digipack und in einer limitierten Deluxe-Box mit jeder Menge Goodies.

Trackliste

  • 01 Sturmflut
  • 02 Leuchtturm
  • 03 Schenk Mir Dein Herz
  • 04 Mutter Sturm
  • 05 Festland
  • 06 Eismond
  • 07 Seerosen
  • 08 Nach Der Flut
  • 09 Lichterloh
  • 10 Das Herz Schlägt Wild Im Sturm
  • 11 Belüge Mich
  • 12 Blut Bleibt Rot
  • 13 Zu Haus

Band

Neo Scope: Gesang, Text
Carter: Gitarre
Convex: Bass
Mr. Mahony: Schlagzeug

Weitere Infos

Homepage: downbelow.de
Facebook: www.facebook.com/thatsdb
Fanclub: www.downbelow-fanclub.com/der-fanclub

Vielen Dank an Result Promotion für das Rezensionsmaterial und Mr. Mahony für das Gespräch im Rahmen der Sendung "Die Welt der dunklen Musik".